Reisewarnung, Quarantäne, Zahnersatz & Co.

Die wichtigsten Änderungen ab 1. Oktober

Junge Frau sitzt in häuslicher Quarantäne
Wer aus einem Corona-Risikogebiet kommt, muss bald mindestens fünf Tage zu Hause bleiben © iStockphoto

Oktober 2020: Das sollten Sie jetzt wissen

Ein neuer Monat bricht an: Der erste Oktober in Zeiten von Corona. Und auch dieses Mal drehen sich die meisten Änderungen rund um die Pandemie und die Maßnahmen, um sie in Schach zu halten. Doch auch in Sachen Zahngesundheit und Zahlungsmöglichkeiten gibt es Neuigkeiten. Was Sie jetzt wissen sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Aufhebung der pauschalen Reisewarnung für Nicht-EU-Länder

Bis zum 30. September gilt noch die allgemeine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für nicht notwendige, touristische Reisen in rund 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums. Ab dem 1. Oktober soll diese dann ersetzt werden – durch individuelle Reise- und Sicherheitshinweise, die auf die Corona-Situation in den einzelnen Staaten zugeschnitten sind. 

Für welche EU-Reiseländer derzeit eine Reisewarnung gilt, können Sie hier nachsehen.

Warum sich die Bedeutung einer Reisewarnung durch Corona drastisch geändert hat, erfahren Sie hier.

Quarantänepflicht nach Aufenthalt in Risikogebieten

 Großer Andrang von Reiserückkehrern und Einreisende an einem Covid-19 Testzentrum von Centogene im Flughafen Frankfurt, die sich nach Reiseende auf Corona testen lassen, Hessen, Deutschland *** Large crowd of people returning and entering the countr
Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, soll in Zukunft mindestens für fünf Tage in häusliche Isolation müssen © imago images/Ralph Peters, Ralph Peters via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Immer mehr Länder werden (wieder) als Corona-Risikogebiet eingestuft. Wer aus einem solchen zurück nach Deutschland kam, musste bisher lediglich einen negativen Corona-Test aus den letzten 48 Stunden vorlegen – beziehungsweise in Deutschland einen Test durchführen lassen und dann so lange in häuslicher Quarantäne bleiben, bis ein negatives Ergebnis vorliegt.

Das soll sich laut Bundesregierung „möglichst ab dem 1. Oktober“ ändern – laut aktuellen Aussagen von Steve Alter, Sprecher des Innenministeriums, ist jedoch der 15. Oktober wahrscheinlicher.

Gemäß den neuen Quarantäneregeln sollen sich Einreisende aus Risikogebieten in jedem Fall in häusliche Quarantäne begeben müssen, und zwar für mindestens fünf Tage. Erst dann kann die Zeit durch ein negatives Testergebnis abgekürzt werden. Der Test auf das Coronavirus ist in diesem Fall verpflichtend und innerhalb von zehn Tagen nach Einreise kostenlos.

Die Regelung zur Quarantänepflicht wird von den einzelnen Bundesländern erlassen. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt deshalb, sich auf den jeweiligen Websites darüber zu informieren, wie sie konkret umgesetzt wird.

Müssen durch die Neuerungen jetzt 12 Urlaubstage für eine freie Woche beantragt werden? Das erklären wir hier!

Digitale Anmeldung bei Deutschland-Einreise

Zeitgleich mit den neuen Quarantäneregeln ist laut Steve Alter für den 15. Oktober die Umstellung auf eine digitale Anmeldung für Personen, die aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland einreisen, geplant. Bisher müssen betroffene Reisende hierfür handschriftlich Aussteigekarten ausfüllen.

Wer seine Angaben in dem Portal eingibt, erhält laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle - etwa am Flughafen durch die Bundespolizei - vorzeigen soll. Gleichzeitig gehen die Daten auch an das jeweils zuständige Gesundheitsamt. Wer seiner Verpflichtung zur Anmeldung nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld. Ausnahmeregelungen soll es weiterhin für Berufspendler und andere Reisende im sogenannten kleinen Grenzverkehr geben.

Nach Corona-Gipfel: Neue Regeln für private Feiern

Bund und Länder haben sich beim Corona-Gipfel auf neue Regeln für private Feiern geeinigt. Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen müssen künftig auf maximal 50 Teilnehmer  beschränkt werden, wenn in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auftreten. Steigt der Wert der Neuinfektionen auf über 50, sollte die Zahl der Feiernden auf maximal 25 im öffentlichen Raum und zehn zu Hause gesenkt werden. Für Partys in Privaträumen wird eine maximale Teilnehmerzahl von 25 Personen zwar „dringlich empfohlen“, aber nicht verpflichtend festgeschrieben. Wie die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit in Ihrem Landkreis aussieht, können Sie hier nachlesen.

Bei geringerem Infektionsgeschehen gelten weiterhin die aktuell gültigen Regeln der einzelnen Bundesländer. In Nordrhein-Westfalen, wo die Corona-Zahlen in einigen Städten stark ansteigen, bleiben bei Hochzeiten, Geburtstagen und Co. in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 Zusammenkünfte von bis zu 150 Gästen zwar erlaubt – sind es jedoch mindestens 50 Gäste, müssen sie ab dem 1. Oktober 14 Tage im Voraus beim Ordnungsamt angemeldet werden. 

Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sei außerdem ein Verantwortlicher zu benennen und eine Gästeliste einzureichen. „Dann kann das Ordnungsamt solche Feiern auch mal kontrollieren“, erklärte er dem Radiosender WDR 2. Auslöser für die Verschärfung war ein massiver Corona-Ausbruch nach einer Hochzeitsfeier in Hamm.

Bußgeld für falsche Kontaktdaten bei Restaurantbesuch

Zudem soll künftig jeder, der beim Restaurantbesuch einen falschen Namen in die Kontaktliste schreibt, ein Bußgeld von mindestens 50 Euro zahlen. In Schleswig-Holstein sogar bis zu 1.000 Euro, wie Ministerpräsident Daniel Günther ankündigte. Das dürfte dann auch für viele Touristen ein Thema werden, die in Schleswig-Holstein an Nord- oder Ostsee Urlaub machen.

Zahnersatz: Kassen zahlen mehr Geld

Kontrolltermin beim Zahnarzt
Für Zahnersatz gibt es künftig mehr Geld von den Kassen © deutsche presse agentur

Der Besuch beim Zahnarzt kann richtig wehtun – auch finanziell. Denn ein Zahnersatz mit Implantaten, Brücken oder Kronen geht oft ordentlich ins Geld. Ab sofort zahlen die gesetzlichen Krankenkassen aber wenigstens etwas mehr dazu: Die Festzuschüsse erhöhen sich für alle Patientinnen und Patienten von 50 auf 60 Prozent. 

Können Versicherte mit ihrem Bonusheft belegen, dass sie regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, steigt dieser Anteil sogar noch: Mit fünf Stempeln bekommt man zukünftig 70 Prozent (bisher 60 Prozent) erstattet; bei zehn Stempeln sind es sogar 75 Prozent (bisher 65 Prozent).

Wie Sie außerdem noch Geld beim Zahnarzt sparen können, erklären wir hier. 

Nicht vergessen: Zeitumstellung auf Winterzeit

Es ist wieder soweit: Am 25. Oktober werden die Uhren umgestellt und wir bekommen eine Stunde „zurück“. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wandert der Zeiger um 3:00 Uhr zurück auf 2:00 Uhr. Morgens wird es dann früher hell – allerdings bricht abends dafür die Dunkelheit schneller an.

Vor oder zurück? Wenn Sie sich die Zeitumstellung im Frühling und Herbst einfach nicht merken können, haben wir hier ein paar praktische Eselsbrücken für Sie!

Kontaktloses Bezahlsystem Samsung Pay startet in Deutschland

Kontaktloses Bezahlen boomt – nicht zuletzt aufgrund von Corona. Ab dem 28. Oktober gibt es in Deutschland dafür einen neuen Service: Samsung Pay. Der neue Dienst lasse sich mit nahezu jedem deutschen Bankkonto verknüpfen, wie Samsung-Manager Thorsten Böker erklärt.

Dafür kooperiert der Smartphone-Hersteller nicht wie die Konkurrenten Apple Pay oder Google Pay mit mehreren Banken, sondern wickelt sämtliche Zahlungen über virtuelle Visa-Debitkarten der Solarisbank ab. Die Beträge werden dann durch die Solarisbank von den Bankkonten der Kunden abgebucht.

Insolvenz: Schneller raus aus den Schulden

In Sachsen-Anhalt gab es 2015 weniger Privatinsolvenzen. Foto: Sören Stache/Archiv
Unternehmen und Verbraucher sollen ab sofort schneller aus der Insolvenz kommen © DPA

Überschuldete Unternehmen und Verbraucher sollen zukünftig schneller der Insolvenz entkommen: Die Verfahrensdauer wird von sechs auf drei Jahre verkürzt. Die neue Regelung gilt für alle ab dem 1. Oktober 2020 beantragten Verfahren und ist zunächst bis zum 30. Juni 2025 gültig. 

Wie die Bundesregierung auf ihrer Website erklärt, sind die Erfüllung einer Mindestbefriedigungsquote der Gläubiger und die Begleichung von Verfahrenskosten dafür keine Voraussetzung mehr. Schuldner müssen jedoch nach wie vor vielen Offenlegungs- und Mitwirkungspflichten nachkommen, um von Restschulden befreit werden zu können – dazu gehört etwa. einer Erwerbstätigkeit nachzugehen oder sich um diese zu bemühen.

Die Bundesregierung setzt mit der Neuerung eine EU-Richtlinie aus Juli 2019 um. Ursprünglich wollte sie sich damit bis 2022 Zeit lassen – als Erleichterung für Bürger, die aufgrund der Corona-Krise in finanzielle Probleme geraten sind, erfolgt die Anpassung jetzt aber bereits deutlich früher.