Achtung! Diese Pilze vertragen sich nicht mit Alkohol

Boeuf Stroganoff mit Pilzen und Wein
Bei einem Gläschen Wein zu Champignons hat man nichts zu befürchten. Andere Pilzarten sollten jedoch nicht mit Alkohol kombiniert werden. © iStockphoto

Bei diesen Pilzarten lieber auf Wein, Bier und Co. verzichten

Endlich bricht die Pilzsaison wieder an! Gerade selbst gesammelte Pilze schmecken nach getaner Arbeit besonders gut. Doch nicht nur beim Suchen, auch beim Genießen sollten Liebhaber Vorsicht walten lassen: Manche Pilzarten können in Kombination mit Alkohol Vergiftungserscheinungen auslösen – sogar, wenn er erst drei Tage nach der Mahlzeit getrunken wird! Prof. Dr. Siegmar Berndt, Toxikologe der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (Wissenschaft der Pilze), erklärt, warum.

Wieso lösen bestimmte Pilzarten in Kombination mit Alkohol Beschwerden aus?

Prof. Dr. Siegmar Berndt: „Wenn ein Mensch Alkohol trinkt, wird dieser zunächst durch ein Enzym in sogenanntes Acetaldehyd umgewandelt. Dieser schlecht verträgliche Stoff wird wiederum – ebenfalls durch Enzyme - in Essigsäure umgewandelt, die der Körper normalerweise über die Blase ausscheidet.

Einige wenige Pilzarten enthalten jedoch bestimme Stoffe, etwa Coprin. Diese sorgen dann dafür, dass der Abbauprozess des Alkohols gehemmt wird. In der Folge wird der Körper sozusagen vom Acetaldehyd überschwemmt, und es kommt zu körperlichen Beschwerden.“

Bei welchen Pilzarten sollte man Alkohol meiden?

Knollentintling
Beim Knollentintling (auch Grauer Tintling) sollte man lieber die Finger vom Alkohol lassen. © picture alliance

Prof. Dr. Siegmar Berndt: „Coprin ist etwa im Knotentintling (auch Grauer Tintling oder Faltentintling genannt) enthalten. Dieser ist generell genießbar – nur eben nicht in Kombination mit Alkohol. Manche verwechseln den Faltentintling mit dem beliebten Schopftintling, bei dem solche Probleme nicht auftreten.

Auch der Große Stachelschirmling – oft verwechselt mit dem beliebten Speisepilz Parasol – enthält einen Hemmstoff, der den Abbau des Acetaldehyds im Körper hemmt. Ebenso der Keulenfüßige Trichterling. Bei allen anderen Arten wie zum Beispiel Pfifferlingen gilt: Ein Pils zum Pilz ist okay.“

Welche Symptome können auftreten? Und wie gefährlich ist das?

Prof. Dr. Siegmar Berndt: „Eine halbe Stunde bis Stunde nach dem Verzehr der Pilze oder dem alkoholischen Getränk kann eine plötzliche Rötung der Haut, vor allem im Gesicht, auftreten, außerdem Hitzegefühl, Schwindel, Atemnot oder auch Herzrasen. In der Regel genügt dann bei sonst gesunden Menschen eine leichte Sedierung, die Symptome klingen nach 30 bis 60 Minuten wieder ab. Bei Herzkranken oder geschwächten älteren Menschen können die Probleme allerdings erheblich sein. Dann haben Ärzte ein Antidot, also ein Gegenmittel, zur Verfügung, um den Patienten zu helfen.

Besonders wichtig ist hierbei: Auch, wenn man den Alkohol erst drei Tage vor beziehungsweise drei Tage nach der Pilzmahlzeit trinkt, können diese Symptome noch auftreten. Es ist übrigens völlig egal, welche Art von Alkohol: Bier, Wein, Schnaps – in Kombination mit den oben genannten Pilzarten sollte man alle vermeiden.“