Für seinen Personalausweis-Antrag

Absurd! Mann bekommt vom Amt das Kennwort „Querdenker“

Münchner bekommt Passwort
Münchner bekommt Passwort "Querdenker" zugewiesen © iStockphoto, hanieriani

Münchner ist fassungslos

Jan F. aus München hatte seinen Personalausweis verloren und beantragte einen neuen. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) München teilte ihm für seinen Antrag dann das fragwürdige Passwort „Querdenker“ zu. Jan. F. ist fassungslos, aber auch machtlos. Der Behördengang wird zur Tortur, wie die „Abendzeitung München“ berichtet.

Keine Behörde fühlt sich verantwortlich

Ein Unding für den Müncher. Denn: Eine Behörde sei schließlich dazu verpflichtet, sich politisch neutral zu verhalten. Passwörter wie Sozialdemokrat, Grüne oder Reichsbürger seien ja vermutlich ebenfalls nicht im Umlauf. Jan F. legt dem Bericht zufolge daraufhin Beschwerde beim Kreisverwaltungsreferat ein und bittet um eine Änderung seines Passwortes. Doch dort heißt es nur, die Kennwörter seien zufällig vergeben worden. Aber das reicht dem Mann nicht, er verlangt eine Entschuldigung sowie ein Gespräch mit einem Verantwortlichen beim KVR. Aber auch diese Antwort ist unbefriedigend: Solche Passwörter erstelle die Bundesdruckerei und die Münchner Behörde habe somit keinen Einfluss auf die Vergabe, so ein Mitarbeiter des Kreisverwaltungsreferats.

Passwort lässt sich nicht ändern

Aber Jan F. lässt nicht locker und versucht es bei der Bundesdruckerei in Berlin. Doch die fühlt sich auch nicht verantwortlich, denn die Kennwörter für solche Dokumente stammen von einem Wörterbuchverlag. Für die Vergabe an die Bürger wird ein Zufallsprinzip verwendet. Die Bundesdruckerei verweist auf das Bundesinnenministerium für Bau und Heimat (BMI). Das Ministerium sei für die Passwörter verantwortlich. Das BMI gebe die Kennwort-Liste frei, die wiederum die Bundesdruckerei für die Vergabe der Kennwörter nutze. Beim Bundesinnenministerium heißt es nur, die Bedeutung des Wortes „Querdenker“ und der aktuelle politische Hintergrund sei ihnen bewusst. Aus diesem Grund stehe das Passwort seit dem 1. Mai 2021 nicht mehr auf der Liste, so ein Sprecher des BMI gegenüber der „Abendzeitung München“. Das Problem: Jan F. hatte seinen Personalausweis bereits am 17. April 2021 beantragt.

Laut des Bundesinnenministeriums sei eine nachträgliche Änderung des Passwortes aus technischen Gründen nicht möglich. Eine enttäuschende Angelegenheit für Jan F., der bis heute keine Entschuldigung erhalten hat. (srö)