56 hungrige Eisbären kommen Dorf gefährlich nah

HANDOUT - 03.12.2019, Russland, Ryrkaipij: Eisbären laufen nahe des Dorfes Ryrkaipij. Menschen am Polarmeer im Nordosten Russlands müssen wieder hungrige und unterernährte Eisbären fürchten. 56 Tiere seien in den vergangenen Tagen in der Nähe des Dor
Gefährliche Nähe: Hungrige Eisbären nähern sich dem Dorf Ryrkaipij am Nordpolarmeer. © dpa, -, kno

Angst vor unterernährten Eisbären

Sie sind DAS tierische Symbol für den Klimawandel: Eisbären. Ihr Lebensraum in der Arktis verändert sich so schnell, dass sie sich nicht anpassen können. Auf ihrer verzweifelten Nahrungssuche kommen sie immer öfter Siedlungen der Menschen nahe. Jetzt sind 56 Tiere in der Nähe des Dorfes Ryrkaipij im Nordosten Russlands gesichtet worden. Die Eisbären sind unterernährt und haben Hunger.

Eis zu dünn: Robbenjagd für die Bären nicht möglich

HANDOUT - 03.12.2019, Russland, Ryrkaipij: Eisbären fressen nahe des Dorfes Ryrkaipij. Menschen am Polarmeer im Nordosten Russlands müssen wieder hungrige und unterernährte Eisbären fürchten. 56 Tiere seien in den vergangenen Tagen in der Nähe des Do
Das Nahrungsangebot für Eisbären wird immer knapper. In der Nähe von Menschen werden sie fündig. © dpa, -, kno

Eisbären sind in der Region am Polarmeer nach Angaben der Umweltstiftung WWF zwar zu Hause - ungewöhnlich sei aber, dass sich so viele in eine besiedelte Region wagen. Der Grund ist offensichtlich: „Fast alle Bären sind dünn.“ Sie haben Hunger. Auf der Tschuktschen-Halbinsel herrschen für Anfang Dezember ungewöhnlich hohe Temperaturen. Deshalb ist das Eis vor der Küste noch nicht dick genug, damit Eisbären dort auf Robbenjagd gehen können.

Die Bewohner befürchten Konflikte. Patrouillen sollen verhindern, dass die Tiere zu den Häusern gelangen. Sämtliche öffentliche Veranstaltungen sind abgesagt worden. Kinder werden mit Bussen zum Kindergarten oder zur Schule gebracht.

Eisbären auf der Suche nach Abfall

Erst im Februar hatten sich auf der Inselgruppe Nowaja Semlja über Wochen etwa 50 Eisbären in der Nähe von Menschen aufgehalten. Sie durchsuchten Mülltonnen und drangen in Häuser ein. Auch im Sommer gab es Berichte von einzelnen Bären in dem Gebiet. 

Nur noch 26.000 Eisbären weltweit

Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN leben weltweit noch etwa 26.000 Eisbären. Ihr Bestand werde Prognosen zufolge bis 2050 allein wegen der Erderwärmung um 30 Prozent zurückgehen. Kanada erlaubt trotzdem die Jagd für den kommerziellen Handel mit Fellen. Die Jäger und Händler hätten es auf die größten und stärksten Tiere abgesehen, so die Organisation Pro Wildlife. Diese seien für die Überlebens- und Anpassungsfähigkeit der Art jedoch besonders wichtig.

„Wenn der Klimawandel nicht gestoppt wird, droht das Packeis weiter abzunehmen. Die Eisbären verlieren ihre Heimat“, warnt Dr. Sybille Klenzendorf vom WWF Arktis-Programm

Eisbären
Die Verbreitungsgebiete der Eisbären © WWF Canada