Teils sehr milde Ausreißer

42-Tage-Wettertrend: Wieder mehr Regen, wenig Schnee - frostige Nächte sorgen für Glättegefahr

von Julian Hirmke

Der Winter hält in den kommenden Wochen weiter an, allerdings zeigen die aktuellen Langfristprognosen wieder mehr Niederschlag. Wer sich aber auf Schnee gefreut hat, wird wohl eher enttäuscht werden. Es wird teilweise zwar auch frostig kalt in den Nächten, weshalb wir uns weiter um Glättegefahr sorgen müssen. An ein paar Tagen gibt es aber sehr milde Ausreißer.

Oben im Video: Mit wie viel eisigen Tagen müssen wir normalerweise rechnen?

Das Wetter im Norden: Hauptsächlich einstellige Temperaturen und trübes Wetter

Auf und Ab der Temperaturen
Haben wir schon April? Der Februar weiß nicht so ganz, was er will: Ein Auf und Ab der Temperaturen in Hamburg (Stand der Wettervorhersage: 25. Januar 2023).

Bis zum Januarende bleibt es im Norden frostig über Nacht, wie unser Hamburger Beispiel zeigt. Auch tagsüber sollten die Handschuhe lieber angezogen werden – die Gradzahlen bleiben im einstelligen Bereich. Im Laufe der ersten Februardekade wird es dann allmählich etwas milder. Am Ende der ersten Februarwoche kann das Thermometer auch endlich mal wieder auf zweistellige Gradzahlen ausschlagen. Die Freude hält aber nicht lang. Wettergott Petrus hat Mitte Februar wieder frostige Nächte für uns parat. So ganz weiß er aber auch noch nicht, mit welchem Wetter er uns weiterhin beschenken will. Zu Beginn der zweiten Februardekade gibt es zwar ein paar mildere Tage, Richtung Monatsende dürfen wir in der Nacht wieder bei frostiger Kälte bibbern. Laut Prognose können wir wenigstens auf einen wärmeren Start im März hoffen. Hier gibt es wohl zweistellige Temperaturen zur Begrüßung, allerdings auch ein paar sehr starke Regentage. Plätschern wird es übrigens auch über den ganzen Februar. Das große Schneetreiben bleibt aus. Aber aufgepasst! Mitte Februar könnte es morgens glatt auf den Straßen sein.

Das Wetter im Westen: Der Frost lässt nach - langsam wird es milder

Auf und Ab im Westen
Zwar ein bisschen milder, aber ein Auf und Ab auch im Westen - Köln beispielhaft für den Westen (Stand der Wettervorhersage: 25. Januar 2023).

Im Westen sieht es etwas besser aus: Nach einer kalten Phase mit frostigen Nächten Ende Januar wird es in der ersten Februardekade immer freundlicher. Der Frost dürfte nachts großenteils ausbleiben, die Temperaturen dürften tagsüber zweistellig werden. Ähnlich wie im Norden gibt es dann ein kleines Auf und Ab. Die zweite Dekade wird etwas kälter und das Thermometer schlägt wieder einstellig auf, allerdings dürfte es nachts eher selten Frost geben. Die dritte Dekade begrüßt uns mit ein paar frostigen Nächten, ehe es zum Wechsel in den März auch hier schnell wieder milder wird. Unsere Prognosen lassen uns auf zweistellige Temperaturen zum Märzbeginn hoffen. Auch im Westen kann es über die nächsten sechs Wochen immer mal wieder regnen. Gefahr vor glatten Straßen besteht vor allem im Februar zur Monatsmitte und Anfang der zweiten Dekade.

Das Wetter im Osten: Kalte Nächte in Berlin

Osten trübe Aussichten
Eher trübe Aussichten im Osten mit Berlin als Beispiel: Nass, kalt und nur ein paar Ausreißer Richtung zweistellige Temperaturen (Stand der Wettervorhersage: 25. Januar 2023).

Der Osten muss auch noch ein paar frostige Nächte im Januar überstehen. Wie unser Beispiel aus der Hauptstadt zeigt, wird es auch hier bis zum Ende der ersten Monatsdekade immer milder. Auf den kleinen, wetterlichen Höhenflug kommt der Fall. Der Trend geht in der zweiten Monatsdekade wieder bergab. Frostige Nächte sind zwischendurch leider wieder drin. Die Thermometer schlagen tagsüber dann fast nur noch einstellig aus. So ganz aus dem Tritt kommt Wettergott Petrus im Osten nicht. Ein Auf und Ab Richtung Februarende mit frostigen Nächten und eher niedrigen, einstelligen Temperaturen am Tag – das ist die aktuelle Prognose. Allerdings dürfte auch der Osten im März etwas milder begrüßt werden. Regnen wird es auch im Osten über die nächsten sechs Wochen hinweg. Vor allem morgens sollte man etwas vorsichtig sein – Glättegefahr kann nicht ausgeschlossen werden.

Das Wetter im Süden: Frostige Nächte

Frostig kalt in der Nacht
Nachts lieber zu Hause bleiben - frostige Nächte im Süden, wie es München zeigt (Stand der Wettervorhersage: 25. Januar 2023).

Weil etwas höher gelegen, müssen sich die Münchener als Stellvertreter für den Süden auf kältere Temperaturen gefasst machen. Zwar gibt es zu Beginn der zweiten Februardekade und Anfang März die Chance auf sehr milde, zweistellige Temperaturen – aber in den kommenden Wochen muss man sich im Süden eher auf durchgehend frostig Nächte einstellen. Glatte Straßen sind also ein Thema – auch wenn sich der Niederschlag ein bisschen zurückhält. Ein paar Schauer sind trotzdem dabei, eventuell reichen diese am Januarende und Mitte Februar für ein paar Schneeflocken. Das Alpenvorland hat für uns übrigens zweistellige Minustemperaturen parat. Diese gibt es rund um den Wechsel in den Februar und März.

Wie wird das Wetter in Deutschland im Winter?

Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Wintermonate Dezember, Januar, Februar:

  • Meteorologisch beginnt der Winter am 1. Dezember und endet mit dem Februar
  • Kalendarisch findet der Wechsel gut drei Wochen später statt. Grund ist die Statistik und die Vergleichbarkeit von Jahreszeiten
  • Der letzte halbwegs normal kalte Winter war 2012/2013, deutlich zu kalt war er in den Jahren 2009/2010 und 2010/2011
  • Die kältesten Temperaturen bringt der Winter für gewöhnlich am Ende, wenn die Nordhalbkugel insgesamt stark abgekühlt ist
  • Die niedrigste Temperatur im Winter wurde in Deutschland mit -37,8 Grad in Wolznach-Hüll in Bayern am 12. Februar 1929 gemessen
  • Und selbst im Dezember ist Hüll immer noch Rekordhalter mit -32,4 Grad am 29.12.1929. Im Januar wurde bisher die tiefste Temperatur mit -34.6 Grad auf der Zugspitze am 02.01.1905 gemessen
  • Die höchste Temperatur wurde im Winter in Mülheim in Baden-Württemberg mit 24,0 Grad am 16.12.1989 gemessen
  • Statistisch gesehen können wir dabei im Deutschlandmittel auf rund 181 Sonnenstunden hoffen
  • Regen ist im Schnitt um die 156 Liter pro Quadratmeter drin
  • Das Temperaturmittel liegt bei rund 1 bis 2 Grad

Lese-Tipp: Das alles kann der erste Wettermonat im Jahr – der Januar

Wettervorhersage: So funktioniert unser 42-Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen. Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, können Sie in unserem Wetterbericht für drei Tage lesen. Diese werden täglich aktualisiert. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

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Woher bekomme ich alte Wetterdaten?

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(uhi)