Winter statt Herbst

42-Tage-Wettertrend: Wetter wird nicht golden im Oktober, da kommen eher Schnee und Frost auf uns zu

Wetter im Oktober kennt nur eine Richtung - es geht abwärts

Den kurzen Altweibersommer bis Mitte der Woche sollten wir unbedingt nutzen. Zwar gibt es in den letzten Septembertagen noch ein kurzes Aufbäumen, aber was dann der Oktober zeigen will, hat mit ‘Goldenem Oktober’ oder schönem Herbstwetter nicht mehr viel zu tun. Ganz im Gegenteil: Nicht nur gefühlt geht es direkt in den Winter über. Frost und Schnee sind mit dabei und auch die Höchstwerte bleiben meistens im einstelligen Bereich stecken. Dicke Pullover, Schals, Handschuhe und warme Jacken, wo seid ihr? Am besten ganz schnell raussuchen.

Oben im Video: Wann bleibt der erste Schnee liegen?

Das Wetter im Norden: Absturz im Oktober

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Der 42-Tage-Wettertrend für den Norden am Beispiel von Hamburg (Stand: 19. September 2021) © wetter.de

Die Temperaturen zeigen zwar Richtung Monatsende noch einmal einen kleinen Ausschlag nach oben – Anfang der letzten Septemberwoche gibt es noch mal über 20 Grad, aber Ende September stürzen die Werte noch ab.

Zum Monatswechsel droht also – nach derzeitigem Stand – ein erster richtiger Absturz Richtung Winter. Der Herbst wird einfach übersprungen. Die Höchstwerte erreichen gerade noch die 10-Grad-Marke, in der zweiten Monatshälfte liegen sie dann nur noch zwischen 5 und 8 Grad. Die Tiefstwerte rutschen dann teilweise unter den Gefrierpunkt. Dazu immer wieder Niederschläge, auch der erste Schnee im Flachland könnte dabei sein.

Das Wetter im Westen: Auch hier kein goldener Oktober

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Der 42-Tage-Wettertrend für den Westen am Beispiel von Düsseldorf (Stand: 19. September 2021) © wetter.de

Auch im Westen – hier als Beispiel Düsseldorf – schaut es ähnlich aus wie im Norden. Ein kurzes Aufbäumen mit Werten an die 20 Grad zu Beginn der letzten Septemberwoche folgt noch der Absturz zum Monatsende. Die Höchstwerte bleiben nur knapp zweistellig und es gibt immer wieder Niederschläge. Die lassen Richtung zweite Dekade etwas nach, aber zur Monatsmitte wird es noch kälter. Dann sind auch hier nur noch einstellige Werte zu sehen und auch der erste Frost im Flachland. Erst Ende Oktober scheint es mit weiteren Niederschlägen wieder etwas milder zu werden.

Das Wetter im Osten: Goldener Oktober schaut nicht wirklich vorbei

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Der 42-Tage-Wettertrend für den Osten am Beispiel von Berlin (Stand: 19. September 2021) © wetter.de

Ein ähnlicher Wetterverlauf zeigt sich auch im Osten – hier am Beispiel von Berlin. Immerhin sind hier nicht so viele Niederschläge zu erkennen und es ist ein paar Tage mehr trocken, aber der Goldene Oktober macht sich auch hier rar. Bevor der September am Ende richtig abstürzt, erreicht er noch einmal knapp 22 Grad. Die erste Oktoberwoche startet mit frischen einstelligen Höchstwerten. Dann geht es ein wenig hin und her, aber selbst die 15-Grad-Marke wird nicht mehr erreicht. Zur Monatsmitte wird es kalt. Einstellige Höchstwerte, in den Nächten liegen die Werte um den Gefrierpunkt, dazu immer etwas Niederschlag – das fühlt sich schon fast wie Winter an.

Das Wetter im Süden: Krasser Zick-Zack-Kurs mit knackigem Frost

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Der 42-Tage-Wettertrend für den Süden am Beispiel von München (Stand: 19. September 2021) © wetter.de

Und was macht der Süden? Auch hier sehen wir zum Monatsende ein krassen Absturz in den einstelligen Bereich. Aber immerhin will sich der Herbst hier im Oktober temperaturtechnisch noch ein wenig gegen den Winter stemmen. Zwei Peaks über der 15-Grad-Marke machen Hoffnung, aber Mitte Oktober droht ein krasser Absturz bis an die Null-Grad-Grenze und ersten knackigen Frösten bis zu minus 4 Grad. Zwar lassen dann die vermehrten Niederschläge aus der ersten Oktoberhälfte nach, aber erster Schnee bis in die Niederungen ist hier nicht auszuschließen. Die dritte Oktober-Dekade bleibt dann winterlich kalt, aber meist trocken.

Woher hat der Altweibersommer seinen Namen?

Jetzt kommen wir in die Zeit des klassischen Altweibersommers – die beginnt nämlich Mitte September. Dann lassen Tautropfen die Spinnweben im Gras oft grau erscheinen. Doch mit grauen Haaren von älteren Damen hat der Altweibersommer nichts zu tun.

RTL-Meteorologe Björn Alexander: „Der Wortteil „-weiber” hat nämlich seine Wurzel im Wort „weiben” aus dem Althochdeutschen. Das bedeutete ehemals „weben”. Also das Weben der Spinnweben, die der Morgentau sichtbar grau erscheinen lässt. Erst später kamen dann auch weitere Interpretationen hinzu, die etwas mit älteren Frauen mit silbernem oder grauen Haar oder dem gealterten Sommer zu haben.”

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Wettervorhersage: So funktioniert unser 42 Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen.Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

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(oha)