Weiße Weihnachten oder Weihnachtstauwetter?

42-Tage-Wettertrend: Eiskaltes Wetter vorm Fest und eine spannende Jahresendrally

von Oliver Hantke

Die Dezemberprognosen mit Weihnachten und dem Jahreswechsel sind so spannend wie seit Jahren nicht mehr. Eine eiskalte Wetterphase steht uns bevor. Aber kann sich diese Wetterlage bis Weihnachten bei uns halten? Wo gibt es Schnee zum Fest?

Oben im Video: Wann bleibt der erste Schnee normalerweise liegen?

Das Wetter im Norden: Dauerfrost macht sich breit - zu Weihnachten droht Milderung

Der 42-Tage-Trend für den Norden am Beispiel von Hamburg
Das zweite Dezemberdrittel wird im Norden eiskalt.

In der aktuellen Prognose im 42-Tage-Wettertrend für den Norden am Beispiel von Hamburg geht es in der zweiten Dezemberdekade nur in eine Richtung: nämlich nach unten in den Eiskeller. Der eisige Tiefpunkt wird um den 4. Advent erwartet mit Tiefstwerten von unter -10 Grad! Leider ist derzeit gerade kurz vor Weihnachten eine Milderung berechnet, die einer weißen Weihnacht entgegen spricht. Aber mal sehen, wie lange sich die eiskalte Luft halten kann. Auch die Zeit um den Jahreswechsel und die erste Januarhälfte sehen momentan zu mild aus für einen länger andauernden kalten und schneereichen Winter.

Trend für weiße Weihnachten im Norden: Die Hoffnung besteht noch

Das Wetter im Westen: Kurz vor Weihnachten extremer Frost für Köln

Der 42-Tage-Trend für den Westen am Beispiel von Köln
Kurz vor Weihnachten wird extremer Frost für Köln berechnet.

Im Westen wird es in den nächsten 14 Tagen wohl auch mal richtig kalt. Anfang nächster Woche geht es runter auf -5 Grad. Und nach einer kurzen Milderung Mitte nächster Woche geht es auch hier Richtung 4. Advent tief in den Minusbereich. Da stehen -14 Grad für Köln, ein unglaublicher Minuswert, der lange nicht erreicht wurde.

Aber auch hier setzt sich in der Weihnachtswoche mildere Luft durch und über die Feiertage scheint es dann bei meist wechselhaftem Wetter sogar frostfrei zu bleiben. Zum Jahreswechsel sieht es wesentlich ruhiger aus, auch der Frost kommt im neuen Jahr zurück. Aber nach wenigen Tagen im neuen Jahr sieht es wieder unbeständiger aus und auch zu mild für einen weißen Winter.

Trend für weiße Weihnachten im Westen: Das sieht mal wieder nicht so gut aus.

Das Wetter im Osten: Extreme Kälte rund um den 4. Advent

Der 42-Tage-Trend für den Osten am Beispiel von Berlin
Extreme Kälte rund um den 4. Advent

Die nächsten zwei Wochen zeigen sich im Osten Deutschlands sehr winterlich und extrem kalt. Schon am Wochenende geht es auf -5 Grad runter, Richtung 4. Advent sollen die Werte sogar auf unter -15 Grad absacken. Doch genau zu Weihnachten soll es auch hier milder werden. Erst nur knapp über dem Gefrierpunkt, aber je weiter Richtung Jahresende wird es auch tagsüber wieder zu warm für den Schnee. In den Nächten soll es zudem auch frostfrei bleiben. Die Niederschläge fallen also eher als Regen als als Schnee. Zum Jahreswechsel wird es trockener und kälter, aber auch der Januar 2023 will dann schnell wieder milder werden. Höchstwerte von bis zu 10 Grad lassen echte längere Winterträume platzen.

Trend für weiße Weihnachten im Osten: Es wird eng, aber es ist noch alles drin.

Die letzte nahezu deutschlandweite Weiße Weihnacht im Winter 2010/2011

Das Wetter im Süden: Bergwinter kommt in Fahrt - trotz einiger Plusgrade

Der 42-Tage-Trend für den Süden am Beispiel von Garmisch-Partenkirchen
Der Bergwinter kommt in Fahrt.

Der Süden bekommt am Wochenende in den höheren Lagen eine Ladung Schnee ab. Danach wird es eiskalt mit Werten zwischendurch mal von -15 Grad. Auch hier wird es an Weihnachten milder. Der gefallene Schnee sollte aber ausreichen, um es Heiligabend weiß aussehen zu lassen. Nachschub von oben kommt erst nach Weihnachten wieder. Zum Jahreswechsel dann eher trocken mit Nachtfrösten. Am Anfang des neuen Jahres werden dann auch wieder zweistellige Minusgrade berechnet. Danach geht es hin und her mit den Temperaturen. Meistens wird es wohl Schnee, mal aber auch Regen -selbst in den Tallagen der Alpen. Auf den Bergen scheint die natürliche Schneeauflage aber gesichert.

Trend für weiße Weihnachten im Süden: Alter Schnee sollte für ein weißes Fest reichen (ab 600 bis 800 Meter)

Lese-Tipp: Das Wetter für die beliebtesten Weihnachtsmärkte

So stehen die Chancen aktuell in Deutschland für weiße Weihnachten

Wie wird das Wetter in Deutschland im Winter?

Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Wintermonate Dezember, Januar, Februar:

  • Meteorologisch beginnt der Winter am 1. Dezember und endet mit dem Februar
  • Kalendarisch findet der Wechsel gut drei Wochen später statt. Grund ist die Statistik und die Vergleichbarkeit von Jahreszeiten
  • Der letzte halbwegs normal kalte Winter war 2012/2013, deutlich zu kalt war er in den Jahren 2009/2010 und 2010/2011
  • Die kältesten Temperaturen bringt der Winter für gewöhnlich am Ende, wenn die Nordhalbkugel insgesamt stark abgekühlt ist
  • Die niedrigste Temperatur im Winter wurde in Deutschland mit -37,8 Grad in Wolznach-Hüll in Bayern am 12. Februar 1929 gemessen
  • Und selbst im Dezember ist Hüll immer noch Rekordhalter mit -32,4 Grad am 29.12.1929. Im Januar wurde bisher die tiefste Temperatur mit -34.6 Grad auf der Zugspitze am 02.01.1905 gemessen
  • Die höchste Temperatur wurde im Winter in Mülheim in Baden-Württemberg mit 24,0 Grad am 16.12.1989 gemessen
  • Statistisch gesehen können wir dabei im Deutschlandmittel auf rund 181 Sonnenstunden hoffen
  • Regen ist im Schnitt um die 156 Liter pro Quadratmeter drin
  • Das Temperaturmittel liegt bei rund 1 bis 2 Grad

Lese-Tipp: Das alles kann der letzte Wettermonat im Jahr – der Dezember

Lese-Tipp: Das alles kann der erste Wettermonat im Jahr – der Januar

Wettervorhersage: So funktioniert unser 42-Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen. Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, können Sie in unserem Wetterbericht für drei Tage lesen. Diese werden täglich aktualisiert. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

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Woher bekomme ich alte Wetterdaten?

Bei uns gibt es nicht nur aktuelle Informationen und Artikel rund um Wetter und Klima. Aus der Wetter- und Klimadatenbank unseres meteorologischen Partners können Sie detaillierte Wetteraufzeichnungen und Klimastatistiken für tausende Wetterstationen und Orte weltweit erwerben.

(oha)