Nur kurze Milderung

42-Tage-Wettertrend: Weiße Weihnacht auf Abwegen - Wärmepeak Ende Dezember

von Letizia Vecchio

Der Dezember ist wettertechnisch ein großer Hoffnungsträger – vor allem für die Romantiker, die sich nichts sehnlicher als Schnee zu den Festtagen wünschen. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, ist (zum Glück) noch völlig offen. Denn was die Wettercomputer zum jetzigen Zeitpunkt dazu sagen, lässt dafür eher wenig Spielraum.

Oben im Video: Wann bleibt der erste Schnee normalerweise liegen?

Das Wetter im Norden: Ein Auf und Ab der Temperaturen

Der 42-Tage-Trend für den Norden am Beispiel von Hamburg (Stand der Vorhersage 27. November 2022)
Derzeit stehen die Zeichen für eine weiße Weihnacht eher schlecht.

Ein richtiger Kälteeinbruch ist im Norden erst in der zweiten Dezember-Dekade zu erwarten – dann könnten die Temperaturen auch am Tag nicht über 0 gehen. Aber auch schon zum Monatswechsel legt das Thermometer eine kleine Talfahrt hin, Schritt für Schritt sieht es dann nach Abkühlung aus – die ist allerdings nicht von Dauer. Die Chancen für eine weiße Weihnacht stehen im Moment leider schlecht, stattdessen könnten sehr milde Festtage mit viel Regen die Weihnachtsstimmung etwas drosseln. Aber wer weiß (!) – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Das Wetter im Westen: Kälteeinbruch in der Monatsmitte

Der 42-Tage-Trend für den Westen am Beispiel von Köln (Stand der Vorhersage 27. November 2022)
Ein Kälteeinbruch scheint in der Monatsmitte möglich zu sein.

Auch für den Westen stehen in der Monatsmitte die Zeichen auf Frost! Gartenliebhaber sollten also spätestens dann ihre Pflänzchen ins Haus holen, um sie vor dem Kältetod zu bewahren. Aber laut dem jetzigen Stand der Wettercomputer bleibt es nicht durchgängig kalt, denn sowohl um Nikolaus als auch um die Weihnachtstage scheint es eher mild zu werden. Schnee ist also unwahrscheinlich, Regen dafür umso mehr. Gerade in der zweiten Monatshälfte könnte da einiges herunterkommen.

Das Wetter im Osten: Frostige Nächte in Sicht

Der 42-Tage-Trend für den Osten am Beispiel von Berlin (Stand der Vorhersage 27. November 2022)
Weiße Weihnachten scheinen auch im Osten nach jetzigem Stand der Prognose eher unwahrscheinlich.

Auch im Osten geht es Anfang Dezember laut Langfristprognose Schritt für Schritt runter mit den Temperaturen – die nächste Wärmespitze um Nikolaus folgt aber unmittelbar, bis es danach schon wieder bergab geht. Vor allem die Nächte zeigen sich etwas konstanter mit Werten unter 0. Weiße Weihnachten scheinen laut jetzigem Stand im Bereich des Unmöglichen, denn um die Festtage gibt es schon den nächsten Wärmepeak, Regen inklusive. Vielleicht wird’s aber in höheren Lagen doch noch etwas mit dem Schnee?

Die letzte nahezu deutschlandweite Weiße Weihnacht im Winter 2010/2011

Das Wetter im Süden und auf den Bergen: Winter kommt nicht durch

Der 42-Tage-Trend für den Süden am Beispiel von München (Stand der Vorhersage 27. November 2022)
Die Wettercomputer prognostizieren strengen Frost für die Monatsmitte.

Selbst im alpennahen Süden hat es der Winter laut jetzigem Stand der Prognose eher schwer – tagsüber zeigt das Thermometer im Dezember fast durchgängig über 0. Dafür sehen die Nächte schon deutlich kälter aus, teils sogar mit strengem Frost in der Monatsmitte. Falls Sie jetzt dachten, dass wenigstens der Süden mit Schnee zu Weihnachten rechnen dürfte, müssen wir sie enttäuschen – im Moment sieht es absolut nicht danach aus. Nichtsdestotrotz – bei der Langfristprognose bleiben die Unsicherheiten und in diesem Fall die Hoffnungen, dass es anders kommt, groß!

Wie wird das Wetter in Deutschland im Winter?

Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Wintermonate Dezember, Januar, Februar:

  • Meteorologisch beginnt der Winter am 1. Dezember und endet mit dem Februar
  • Kalendarisch findet der Wechsel gut drei Wochen später statt. Grund ist die Statistik und die Vergleichbarkeit von Jahreszeiten
  • Der letzte halbwegs normal kalte Winter war 2012/2013, deutlich zu kalt war er in den Jahren 2009/2010 und 2010/2011
  • Die kältesten Temperaturen bringt der Winter für gewöhnlich am Ende, wenn die Nordhalbkugel insgesamt stark abgekühlt ist
  • Die niedrigste Temperatur im Winter wurde in Deutschland mit -37,8 Grad in Wolznach-Hüll in Bayern am 12. Februar 1929 gemessen
  • Und selbst im Dezember ist Hüll immer noch Rekordhalter mit -32,4 Grad am 29.12.1929. Im Januar wurde bisher die tiefste Temperatur mit -34.6 Grad auf der Zugspitze am 02.01.1905 gemessen
  • Die höchste Temperatur wurde im Winter in Mülheim in Baden-Württemberg mit 24,0 Grad am 16.12.1989 gemessen
  • Statistisch gesehen können wir dabei im Deutschlandmittel auf rund 181 Sonnenstunden hoffen
  • Regen ist im Schnitt um die 156 Liter pro Quadratmeter drin
  • Das Temperaturmittel liegt bei rund 1 bis 2 Grad

Lese-Tipp: Das alles kann der letzte Wettermonat im Jahr – der Dezember

Wettervorhersage: So funktioniert unser 42-Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen. Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, können Sie in unserem Wetterbericht für drei Tage lesen. Diese werden täglich aktualisiert. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

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Woher bekomme ich alte Wetterdaten?

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(bal)