30 Tote nach Unwetter in Italien: Urlauber-Ehepaar aus Frankfurt offenbar auf Sizilien ertrunken

Unwetterserie in Italien geht weiter
Unwetterserie in Italien geht weiter Geflutete Häuser, zerstörte Wälder, immer mehr Tote 00:53

Meterologen: Schwierigste Wetterlage seit sechs Jahrzehnten

Zerstörte Wälder, geflutete Häuser, nicht endende Regenfälle: Italien erlebt gerade die schwierigste Wetterlage seit sechs Jahrzehnten, so Meteorologen. 30 Menschen wurden bislang Opfer der heftigen Wassermassen, darunter sind aktuell auch drei Deutsche. Ein Urlauber-Ehepaar aus Frankfurt soll auf Sizilien ertrunken sein.

Die Tragödie von Casteldaccia

Seit einer Woche hat das Unwetter das Land fest im Griff. Ein Blitz tötete am Freitag eine deutsche Touristin, die mit ihrem Sohn und ihrem Mann auf einer Insel bei Sardinien unterwegs war. In der vergangenen Woche wurden Menschen von Bäumen erschlagen, von Wellen mitgerissen oder von Erdrutschen begraben. Die Bilder der Verwüstung werden sich noch lange einprägen. "Es ist ein Ausnahmezustand, den ich noch nie gesehen habe", sagte Zivilschutz-Chef Angelo Borrelli der Tageszeitung "La Stampa".

Am Wochenende stieg die Liste der Toten noch einmal um neun weitere Menschen. In einem Haus in Casteldaccia, in der Nähe von Palermo, fielen fast zwei ganze Familien dem Unwetter zum Opfer. Es gab neun Tote, sechs Erwachsene und drei Kinder. "Ich weiß selbst nicht, wie ich mich gerettet habe", sagte ein Überlebender der Tragödie. Als er die Tür öffnete, habe ihn ein Schwall Wasser überrollt und nach draußen katapultiert. Dort konnte er sich an einem Baum festhalten - und wurde gerettet. 

Chaos und Verwüstung im Nordosten Italiens
Chaos und Verwüstung im Nordosten Italiens Meterhohe Geröll- und Schlammberge verwüsten Ortschaften 01:11

Die Folgen für den Wintersport sind verheerend

HANDOUT - 03.11.2018, Italien, Belluno: Dieses von der italienischen Feuerwehr zur Verfügung gestellte Foto zeigt umgestürzte Bäume, die auf dem Boden in einem Wald bei Belluno liegen. Unwetter haben in Italien Chaos und Verwüstung angerichtet. Foto:
Umgestürzte Bäume, die auf dem Boden in einem Wald bei Belluno liegen. © dpa, Uncredited, FP pat

Die Folgen könnten für Jahre spürbar sein. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti schätzt die Zahl der umgestürzten Bäume auf 14 Millionen. Die Feuerwehr verbreitete ein Video von einer Talsperre, dessen Wasseroberfläche komplett von unzähligen Baumstämmen bedeckt war. 

Hunderte Häuser sind beschädigt, das Energienetz ist vielerorts zusammengebrochen - und der bevorstehende Winter macht schnelle Aufräumarbeiten zu einem Ding der Unmöglichkeit. Ganz zu schweigen vom Wiederaufbau. Was das für die anstehende Wintersportsaison bedeutet, ist noch nicht auszumachen. "Die Skipisten in den Dolomiten erinnern an bombardierte Schlachtfelder", schrieb die Zeitung "La Repubblica". 

Quelle: DPA / RTL.de