30 Tage Wettertrend: Kein Regen in Sicht in diesem April-Sommer

Der Februar wie ein April - der April wie ein Juni

Das klassische April-Wetter, wie wir es kennen nud uns ja eigentlich auch wünschen, hat es dieses Jahr im Februar gegeben. Auch von den Temperaturen war der Februar eher ein Aporil. Dazu Schneeschauer, Sonne, Regen. Bestes Wachstumswetter - nur dass die Natur einfach noch nicht so weit war. Der April 2020 ist überhaupt nicht so wechselhaft wie üblich. Der Himmel ist meist wolkenlos und klar bei warmen Temperaturen um die 20 Grad.

Alles scheint irgendwie um Monate vorverschoben. Der Februar wie ein April - der April wie ein Juni. Wie soll es erst im Juni werden? wieder 40 Grad? Puh. Dazu fehlt ganz klar das Wasser. Es hat bisher kaum einen Tropfen geregnet und wir können in den Modellen keine ergiebigen oder flächendeckenden Niederschläge finden. 

Viel zu wenig Regen - ein Problem

Wie das Wetter nach Ostern weitergeht, lesen Sie im 7-Tage-Trend. Auch wenn an den Ostertagen mal ab und zu ein kleiner Schauer oder ein Sommergewitter dabei ist, so reicht es noch nicht aus. Dem Monat fehlt der Niederschlag, damit uns nicht erneut ein Dürresommer droht. In der kommenden Woche stehen die Zeichen aber eher wie auf April-Sommer.

Meteorologin Constance Ahlers beschreibt es so: „Bis jetzt ist im April fast deutschlandweit noch nichts an Regen runtergekommen. Abgesehen von einzelnen Schauern am Ostersonntag und Ostermontag ist auch erst mal kein Regen in Sicht! Wir bleiben überwiegend unter Hochdruckeinfluss und der hält die Tiefs auf Abstand.“

Dürre wie im Sommer

Der Deutsche Wetterdienst zeigt die  aktuelle Waldbrandgefahr für die Tage Donnerstag bis Samstag.
Der Deutsche Wetterdienst zeigt die aktuelle Waldbrandgefahr für die Tage Donnerstag bis Samstag. © Deutscher Wetterdienst

Niederschlag – ein wichtiger Punkt für die nächste Zeit. In der Wachstumsphase kann die Natur Regen gut gebrauchen, aber von dem ist derzeit nicht viel in Sicht. Die NOAA sieht für Deutschland für den April schwarz, bzw. rot. Und das heißt viel zu trocken. Dürre wie im Sommer. Auch der DWD warnt vor Waldbränden, die häufiger vorkommen im April. Da passt der Sommervergleich. Besonders die tiefen Bodenschichten bis 1,8 Meter sollten uns Sorgen machen. Schaut man auf die Karten, kann man das bedrohliche Rot nicht mehr übersehen.

Der April, der normalerweise noch ordentlich Niederschläge bringt, wird die Lage weiter verschärfen. Zwar hat der April noch ein paar Tage, doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass er nicht den erwünschten Niederschlag bringt. Die Zeichen deuten auf einen weiteren Dürresommer. 

​Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben seit Wochen kaum Regen abbekommen. Dementsprechend hoch ist auch gerade dort die Waldbrandgefahr.

Ernteausfälle drohen

NOAA
Die Trockenheit zieht sich durch. Nicht nur in Deutschland, sondern durch ganz Mitteleuropa und weiter ostwärts.

Für die Pflanzen ist das gerade im April jedoch verheerend. Innerhalb weniger Wochen streben sie jetzt kräftig in Richtung Sonne. Viele der Pflanzen in unseren Breitengraden orientieren sich an der Tageslänge. Sobald die Tage länger sind, als die Nacht, beginnt das Wachstum, doch dafür braucht es Regen. Mehr Regen als zuletzt. Nach den beiden zu trockenen Jahren und besonders nach dem Dürresommer 2018 sind die tiefen Bodenschichten noch nicht wieder mit genügend Wasser gefüllt. Sie sind also nicht mehr der Wasserspeicher, der Pflanzen über den Dürresommer 2018 geholfen hat.

Die Landwirtschaft, die in den beiden vergangenen Jahren gelitten hat, wird das nicht gern hören. Sie beklagten Ernteausfälle in Milliardenhöhe und mussten mit Geldern vom Bund unterstützt werden. Nicht geringer leiden Bäume unter der Dürre. Ihre Wurzeln reichen bis in die tiefen Bodenschichten, doch finden sie dort eben weit weniger Wasser, als sie bräuchten. Im Osten Deutschlands ist die Lage noch bedenklicher. 

Ganz sachte der Maiwärme entgegen

Und wie sieht es bei den Temperaturen im April aus? Der April startet zwar jetzt erstmal sommerlich durch, fällt dann aber auf ein durchschnittliches Niveau zurück, zeigt unsere 28-Tage-Temperaturprognose. Und dann geht es wohl ziemlich unterkühlt in den Mai. Bundesweit sehen wir derzeit die Temperaturen deutlich unter dem Schnitt. Alles ist schief. Der Februar ist nicht mehr winterlich, der April nicht mehr launisch und der Mai kein Wonnemonat mehr. So wie es derzeit aussieht (auch der Mai 2019 war zu kalt) wird auch der Mai 2020 keine Pracht. Aber das ist ja noch lange hin.

Die Temperaturprognose für Baden_Württemberg für die kommenden 28 Tage
Die Temperaturprognose für Baden_Württemberg für die kommenden 28 Tage © RTL Interactive

April, April - der macht, was er will

Der April ist, oder zumindest war, der Prototyp des wechselhaften Wetters. Das kommt daher, weil im April die Sonne schon kräftig ist, die Landmassen schon richtig gut erwärmt und gleichzeitig noch Kaltluftvorstöße aus dem hohen Norden übers Land ziehen. Eine Kombination, die zu Quellwolkenbergen und sonnigen Abschnitten in frischer Luft mit Schauern und Gewittern sorgen kann. 

So entsteht unser 30-Tage-Wetter

Noch mehr Wetter

Wenn Sie keinen Wetterumschwung verpassen wollen, laden Sie sich die Wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte herunter.