30-Tage-Wettertrend: Frühling im April mit Antriebsschwäche

Ein Fall von Frühjahrsmüdigkeit

Der Winter 2019 / 2020 war definitiv ein Totalausfall. Doch anstelle eines Aufwärtstrends, der sich auch im Frühling fortsetzt, schwächeln die Temperaturen bis zum Märzende leider weiterhin. Und auch in den ersten Apriltagen kommt der Frühling wohl nicht so richtig aus sich raus. Mehr zu den kurzfristigen Aussichten finden Sie auch in unserem 7-Tage-Trend.

Bis zum Monatsende eher kühl

28Tage
Die 28-Tage-Temperaturprognose für Bayern. Die schwarze Linie zeigt die langjährigen Durchschnittstemperaturen. Rot dargestellt ist die Vorhersage des Europäischen Wettermodells. Demnach gibt es Richtung Ostern leicht überdurchschnittliche Temperaturen.

Von frühlingshaften Temperaturen sprechen wir im Allgemeinen immer dann, wenn es über 15 Grad hinaus geht. Das wird aber bis zum Monatsende nur selten der Fall sein. Denn nach einer kleinen Milderung, folgt jetzt die nächste Nordwind-Klatsche, die wir noch bis zum Monatsende spüren werden. Erst im April zeigen die Modelle mal wieder Spitzenwerte um die 15 Grad -  zumindest im Südwesten und Süden unseres Landes. 

Wenn es gut läuft, könnte der Temperaturverlauf so aussehen

Kein Aprilscherz: April tut sich temperaturtechnisch schwer

Schauer sind bis ins erste Aprildrittel hinein zwar ab und an mal möglich. Aber die wechselhaften Phasen sind vorerst einmal kurz und lassen so oder so auch der Sonne noch reichlich Platz. Da kann man wirklich nur von Glück reden, dass wir im Februar und zum Beginn der Märzes reichlich Regen bekommen haben. Ansonsten hätten wir nämlich jetzt schon ein massives Trockenproblem. Temperaturtechnisch hat der April auch noch seine Schwierigkeiten. Flächendeckend Werte über 15 Grad sind derzeit nicht zu sehen.

NOAA
Der Amerikanische Wetterdienst berechnet den April momentan in weiten Teilen Europas durchschnittlich nass oder etwas trockener als der langjährige Durchschnitt.

April, April - Der macht, was er will

Der April ist oder zumindest war der Prototyp des wechselhaften Wetters. Nicht umsonst gibt es das klassische Aprilwetter. Das kommt daher, weil im April die Sonne schon kräftig ist, die Landmassen schon richtig gut erwärmt und gleichzeitig noch Kaltluftvorstöße aus dem hohen Norden übers Land ziehen. Eine Kombination, die zu Quellwolkenbergen und sonnigen Abschnitten in frischer Luft mit Schauern und Gewittern sorgen kann. 

Eine Frau liegt am Samstag (08.04.2006) bei Würzburg auf einer mit Krokussen bewachsenen Wiese und gähnt (Illustrationsfoto zum Thema Frühjahrsmüdigkeit). Die alljährliche Frühjahrsmüdigkeit bringt die
Ganz klar: Der April 2020 leidet unter Frühjahrsmüdigkeit © dpa/dpaweb, A3542 Karl-Josef Hildenbrand

April 2020: Zu nasser und normal temperierter Frühling

Doch das Wetterbild im April als Übergangsmonat hat sich geändert. Selten zeigte der April uns in der Vergangenheit seine raue Seite. Doch das könnte sich im April 2020 vielleicht ändern. Der Start wird zwar noch mild und schön. Allerdings sehen die experimentellen Langfristprognosen des amerikanischen Wetterdienstes einen ganz anderen Verlauf. Demnach wäre der April 2020 am Ende nur durchschnittlich temperiert und zum Teil sogar zu nass.

​Damit das stimmen soll, muss der Witterungseindruck ab Mitte April ziemlich kippen. Von Hochdruckwetter mit Sonne und milden Temperaturen hin zu Tiefdruckeinfluss mit Schauern und kühlen Werten.

Auf der anderen Seite gibt es auch durchaus Ansätze, die eine längere Hochdruckphase über das erste Aprildrittel hinaus sehen. 

NOAA
Ein April völlig im Schnitt. Durchschnitt heißt aber auch: Es könnte mal zu warm und mal zu kalt sein. Dann stimmt's im Mittel auch.

Hochdruckblock oder Tiefdruckrutsche: Eine spannende Weichenstellung

Erst einmal bleibt es mehrheitlich bei Hochdruckwetter mit nur kurzen wechselhaften Phasen. Allerdings auch in den letzten Märztagen mit eher kühlen Temperaturen, so dass auch nochmals Schneeschauer im Bergland möglich sind. Im April sieht es dann nach ansteigenden Temperaturen bis in den Bereich von 15 bis 20 Grad aus.

​Ob sich nach dem ersten Aprildrittel dann aber eine milde Hochdrucklage anschließend oder ob es launischer und nasser weitergeht, ist noch völlig offen. Zumindest sprechen die experimentellen Langfristprognosen im weiteren Verlauf eher für klassisches Aprilwetter mit Regengüssen, das uns dann auch länger erhalten bleiben dürfte.

Praktische Tipps für das März- und Aprilwetter

Der warme Frühling lässt sich also noch Zeit. Behalten Sie die Temperaturen im Sinne Ihrer Balkon- und Gartenpflanzen im Blick. Wechseln auf Sommerreifen ist noch nicht angesagt. Und im Straßencafé sitzen, schon mal gar nicht. Das hat aber eher mit Social Distancing für unser aller Gesundheit zu tun. Bleiben Sie zu Hause!

So entsteht unser 30-Tage-Wetter

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