22. Juli 1342: Das große Magdalenen-Hochwasser erreicht seinen Höchststand

Als das Wasser im Mainzer Dom hüfthoch stand

Wikipedia / Axel Hindemith
Auf diesem Bild sieht man den Allzeit-Höchststand von Werra und Fulda in Hannoversch Münden.

Schon immer wurden die Menschen von Hochwasser und Fluten heimgesucht, auch schon im Mittelalter, obwohl es ja da noch ausreichend natürliche Flussauen gab, in die das Wasser abfließen konnte.

Gegen das große Magdalenen-Hochwasser von 1342 aber war kein Kraut gewachsen. Damals, es regierte der Wittelsbacher Ludwig IV das Heilige Römische Reich deutscher Nation, ereignete sich eine verheerende Überschwemmungskatastrophe in großen Teilen Mitteleuropas.

Viele Flüsse erreichten damals ihren Höchststand, der bis heute gilt. Zum Beispiel in Hannoversch Münden am Zusammenfluss von Werra und Fulda, durch den sich die Weser bildet. Da bezeugt noch eine Hinweistafel von dem Hochwasser.

Der Winter 1341/42 war sehr kalt und schneereich. Nach einer eklatanten Schneeschmelze, die schon im Frühling erste Hochwasser brachte, setzte eine heftige Trockenphase ein. Die wurde durch riesige Niederschlagsmengen in Folge einer Vb-Wetterlage beendet. Bei diesem auch Genua-Tief genannten Phänomen zieht ein Tiefdruckgebiet langsam nordostwärts und bringt vom Mittelmeer immer neuen Regen. Und der Boden war so trocken, dass er das Wasser nicht aufnehmen konnte.

Rasant schwollen rund um den St.-Magdalenentag am 22. Juli die Flüsse an. Der Main stand teilweise über zehn Meter hoch, in Würzburg stürzte durch die Gewalt des abfließenden Wassers eine Brücke ein. Auch in Bamberg riss die Regnitz eine Brücke mitsamt Turm ein. In Duisburg am Rhein war das Hochwasser für die Verlandung eines Altarms verantwortlich, der das gesamte kaufmännische Leben der Stadt ruinierte, weil der Flusszugang fortan fehlte.

Die Wassermassen entsprachen dem 50- bis 100-Fachen des Hochwassers an der Oder 1997, zitierte die 'Zeit' den Ökosystemforscher Hans-Rudolf Bork von der Universität Kiel. Ganze Städte wie Kassel oder Limburg standen komplett unter Wasser.

Allein im Bereich der Donau starben etwa 6.000 Menschen. Von dem Hochwasser waren mehr oder weniger alle bedeutenden deutschen Flüsse betroffen. Weil das Wasser Unmengen an fruchtbarer Erde hinfortspülte, gab es in den folgenden Jahren sogar Hungersnöte.

In den Chroniken ist zu lesen, dass den Menschen im Dom zu Mainz das Wasser bis zum Gürtel stand.