Ist der Himmelskörper auf Kollisionskurs?

Asteroid 2018VP1 soll uns näher kommen als der Mond

This is an artist's impression of a rocky and water-rich asteroid being torn apart by the strong gravity of the white dwarf star GD 61. Similar objects in our solar system likely delivered the bulk of water on Earth and represent the building blocks
Asteroid 2018VP1 besucht uns im November. (Symbolbild) © picture alliance / Photoshot

Ui, was kommt denn da auf uns zu? Asteroid 2018VP1 ist auf dem Weg zu uns und hat sogar eine minimale Chance die Erde zu treffen. Und das sogar einen Tag vor den Präsidentschaftwahlen in den USA. Wenn das mal kein Zeichen ist. Zugegeben, es ist eher wahrscheinlich im Lotto zu gewinnen, aber dieser Himmelskörper kommt uns schon sehr nah und wird uns am 2. November erreichen. Kann dieser Asteroid uns denn gefährlich werden?

Ab 2024 besucht uns Asteroid 2018VP1 einmal pro Jahr

Die NASA hat zu der Gefährlichkeit eine klare Aussage getroffen: „Asteroid 2018VP1 ist sehr klein, rund 2,4 Meter groß und stellt keine Gefahr für die Erde dar. Tatsächlich besteht eine Chance von 0,41 Prozent, dass er in unsere Erdatmosphäre eintritt. Und selbst wenn er das tut, würde er wohl, aufgrund seiner geringen Größe, auseinanderfallen.“ Die Entfernung mit der der Asteroid an uns am 2. November, also einen Tag vor der US-Präsidentschaftswahl vorbeifliegt, liegt zwischen 7.600 und 420.000 Kilometern und könnte uns damit näher kommen, als der Mond von uns entfernt ist.

Was nicht ist, kann jedoch noch werden, da 2018VP1 uns noch weitere Male sehr nah kommen wird. Dafür hat der Asteroid 2018VP1 gleich mehrere Versuche. Die Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) beobachtet den Asteroiden schon seit zwei Jahren und hat errechnet, ab wann er mit der Erde kollidieren könnte. Ab 2024 kommt er uns jedes Jahr Anfang November besuchen. Im Jahr 2027 besucht er uns sogar zweimal. Beim zusätzlichen Besuch im April ist er sogar so nah an unserer Erde wie nie zuvor oder danach.

Wie kann man einen Global Killer aufhalten?

A comet, an asteroid, a meteorite glows, enters the earth's atmosphere. Attack of the meteorite. Meteor Rain. Kameta tail. End of the world. Elements of this image furnished by NASA. Mixed media. (A comet, an asteroid, a meteorite glows, enters the e
Ein Asteroid glüht beim Eintritt in die Erdatmosphäre. © iStockphoto

Nur was können Menschen machen, wenn nun doch mal ein sogenannter Globaler Killer auf Kurs Erde ist? Müssen wir dann hilflos zu sehen oder gar Bruce Willis reaktivieren, damit er ein paar Atombomben auf dem Asteroiden anbringt? Beides nicht! Die Weltraumbehörden weltweit arbeiten an einem Programm einen Asteroiden-Einschlag zu verhindern.

ESA, NASA, und andere Organisationen planen eine gemeinsame Asteroiden-Abwehrmission, AIDA (Asteroid Impact and Deflection Assessment), bei der verschiedene Abwehrkonzepte überlegt werden. Dabei ist man von der Idee mit Atomraketen auf einen Asteroiden abgekommen, da die Auswirkung einer Sprengung nicht abzusehen wären. Viel interessanter ist die Idee des „Impaktor“. Dabei soll ein satellitenähnliches Gefährt gegen einen Asteroiden gelenkt werden, um ihn von seinem Kurs abzubringen. Ein paar wenige Millimeter können da schon reichen, damit ein Himmelskörper die Erde verfehlt. Getestet werden soll es am erdnahen Asteroiden (65803) Didymos (1996 GT).

Der Meteor von Tscheljabinsk: Energie von 30 Hiroshima-Bomben

1377168 Russia, Chelyabinsk. 02/15/2013 The trace of a flying object in the sky over Chelyabinsk (still from a dashboard camera). -/RIA Novosti (Best quality available) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Meteoriteneinschlag im russischen Tscheljabinsk im Jahr 2013. © dpa

Eine Kostprobe, was für eine Auswirkung ein Einschlag eines Asteroiden haben könnte, gab der Meteor, der 2013 rund 20 Kilometer über der russischen Stadt Tscheljabinsk explodierte. Dieser hatte die Wucht von etwa 30 Hiroshima-Bomben. Seinerzeit wurden 7200 Gebäude beschädigt und mehr als 1500 verletzt. Das ist kein allzu seltenes Phänomen, wie eine Grafik der NASA über die sogenannten Feuerbälle verdeutlicht. Es bleibt also zu hoffen, dass uns ein größerer Meteor nicht zu nahe kommt.

Erstaunlich oft trifft ein Meteorit die Erde

Erstaunlich oft treffen Feuerbälle und Boliden die Erde, wie diese Karte zeigt.
Erstaunlich oft treffen Feuerbälle und Boliden die Erde, wie diese Karte zeigt. © NASA / Alan B. Chamberlin (JPL/Caltech)

Im Unterschied zu Asteroiden (sie treffen die Erde nicht) schlagen Meteoriten immer mal wieder auf der Erde ein oder verglühen in der Erdatmosphäre. Sie sind dann als Feuerbälle am Himmel zu sehen und leuchten dort heller als alle Fixsterne oder Planeten. Boliden nennt man die größeren Varianten der Feuerbälle. Die NASA hat versucht diese Feuerball- und Boliden-Einschläge seit dem 15. April 1988 bis zum 2. August 2020 auf einer Karte graphisch darzustellen. Die Grafik veranschaulicht, wie oft die Himmelskörper den Weg unseres Planeten kreuzen.

Kosmische Entfernungen

Sonnensystem mit der Sonne und den Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.
Unser Sonnensystem mit der Sonne und den Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun © picture alliance / imageBROKER, Friedrich Saurer

Entfernungen im All werden in LD oder AE/AU gemessen. LD steht für die Entfernung zum Mond (Lunar Distance). Die Astronomische Einheit (AE) oder auch au (astronomical unit) beschreibt die Distanz von der Erde zur Sonne.

  • Distanz Erde - Mond: etwa 384.400 Kilometer
  • Distanz Erde - Sonne: etwa 150 Millionen Kilometer
  • Distanz Sonne - Mars: etwa 230 Millionen Kilometer