16. Oktober 2017: Als Ex-Hurrikan-Ophelia Tod und Zerstörung nach Irland brachte

Die besondere Position des Sturms wurde Irland zum Verhängnis

Der Hurrikan „Ophelia" begann sein Dasein als nichttropisches Tiefdruckgebiet am 6. Oktober 2017. Das System wurde größer und größer und so stufte das National Hurricane Center (NHC) den Sturm am 11. Oktober zu einem Hurrikan hoch. „Ophelia" war schon der zehnte Hurrikan der Saison - doch er war besonders: Da sich der Sturm nördlicher als die üblichen atlantischen Wirbelstürme bildete, gelangte er nicht in die Passatwinde. Die Folge: „Ophelia" zog Richtung Europa. Für Irland nahte eine Katastrophe.

Zerstörerische Kraft trifft Irland mit aller Wucht

Für die Iren war „Ophelia" der schlimmste Sturm der vergangenen 50 Jahre. Der Sturm traf die Insel mit Windgeschwindigkeiten von fast 160 km/h, es wurden Orkanböen von 192 km/h gemessen, die Wellen türmten sich auf neun Meter Höhe, Dächer wurden abgedeckt, Bäume stürzten um. Drei Menschen verloren ihr Leben durch den Sturm, 360.000 Haushalte waren ohne Strom. Am 16. und 17. Oktober blieben die Schulen auf der Insel geschlossen.    

Der Sturm verlor auf seinem Weg Richtung Kontinentaleuropa an Kraft und löste sich schließlich auf. In Deutschland bekamen wir kaum etwas mit von diesem sonderbaren Ereignis.

Roter Himmel und krasse Wärme im Oktober

Ein Flugzeug fliegt am 16.10.2017 in London (Großbritannien) über der Spitze des Shard hinüber. Der Himmel hat aufgrund des Ex-Hurrikans «Ophelia» eine ungewöhnliche Färbung angenommen. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Auch über London war der Himmel seltsam rot. © dpa, Dominic Lipinski, hel pat

Die seltene Position des Hurrikans hatte nicht nur für Irland schlimme Folgen, auch sonst brachte „Ophelia" einige seltsame Phänomene mit sich. Normalerweise werden die Britischen Inseln nicht von Hurrikans getroffen, zu kalt ist das Wasser im östlichen Atlantik. Doch in diesem Oktober war das Wasser überdurchschnittlich warm. Der Sturm schob zudem außergewöhnlich warme Luftmassen vor sich her. So wurden in England 24 Grad gemessen, am Oberrhein sogar 27 Grad. Am 15. Oktober wurden an mehr als 30 Wetterstationen Rekorde aufgestellt.

Die starken Winde wirbelten Staub aus der Sahara auf und verteilten diesen über Europa. Dadurch wurde der Himmel tagelang in ein gespenstisches Rot getaucht. Das Rot wurde noch durch die verheerenden Waldbrände in Portugal und Spanien verstärkt, die weitere Rußpartikel in die Atmosphäre blies. Aber es gab auch eine Wechselwirkung. Denn die starken Winde fachten die Brände auf der Iberischen Halbinsel zusätzlich an.