Weltraumschrott: Müllabfuhr fürs All geplant

Weltraumschrott gefährdet die Raumfahrt erheblich
Weltraumschrott gefährdet die Raumfahrt erheblich Im All wird es eng 00:02:39
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Wenn irgendwo Müll rumliegt, dann greifen wir normalerweise zu Besen und Kehrblech. Was aber, wenn der Schrott durchs All fliegt? Wissenschaftler haben auf einer internationalen Konferenz nach einer Lösung gesucht – und gefunden: Eine galaktische Müllabfuhr muss zur Beseitigung des Weltraumschrotts her.

Greifarme und Netze sollen den Weltraumschrott einfangen

Im All schwirren inzwischen Millionen kleine und große Trümmerteile herum. Die Reste von Raketen oder kaputten Satelliten bedrohen nicht nur andere noch intakte Satelliten, sondern auch die Internationale Raumstation ISS. Die Trümmerteile fliegen mit 20.000 km/h um die Erde.

Mit einer Art Müllabfuhr im All wollen Raumfahrtagenturen nun den Weltraumschrott aufräumen. Greifarme und Netze zum Einfangen etwa ausgedienter Satelliten „sollen in wenigen Jahren im All demonstriert werden“, sagte Dr. Holger Krag von der Technischen Universität Darmstadt zum Ende der Konferenz. Er leitete das Treffen zum Thema Weltraumschrott.  Die Beseitigung großer Teile sei „notwendig, selbst wenn die Strategie zur Vermeidung von neuem Weltraumschrott konsequent umgesetzt wird“, betonte Krag.

Das Kessler-Syndrom macht den Weltraumschrott so gefährlich

Was den Weltraumschrott so gefährlich macht, ist das nach dem US-Experten Donald Kessler benannte Kessler-Syndrom. Bezeichnet wird damit eine unkalkulierbare Kettenreaktion durch Kollisionen, die die Raumfahrt lahmlegen könnte: Trümmerteile stoßen gegeneinander und erzeugen noch mehr Trümmerteile.

Also muss der Schrott weg. Eine galaktische Aufgabe mit astronomischen Kosten, damit wir auch weiterhin navigieren, telefonieren und fernsehen können - wenn wir mit dem Saubermachen fertig sind.