Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Vor-, Erst- und Vollfrühling?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Vor-, Erst- und Vollfrühling?
© dpa, Julian Stratenschulte

Wie lange braucht der Frühling?

Die Definition von Vor-, Erst-, und Vollfrühling hängt von den periodischen Entwicklungserscheinungen in der Natur ab. Der Fachbegriff hierfür lautet Phänologie. Das Eintreten der phänologischen Jahreszeiten ist lokal unterschiedlich und differiert in den verschiedenen Jahren. Sie decken sich nicht mit den fixen Anfangs- und Enddaten der astronomischen und meteorologischen Jahreszeiten. In der Landwirtschaft sind es aber gerade die phänologischen Jahreszeiten, die dem Bauern helfen, zu beurteilen, welche Arbeiten für seinen Landstrich anfallen.

Der Vorfrühling beginnt meist Ende Februar oder Anfang März. Er wird angezeigt durch die erste Blüte von Haselnuss, Schneeglöckchen, Schwarz-Erle und Salweide.

Der darauffolgende Erstfrühling äußert sich durch die Blüte von Forsythie, Stachel- und Johannisbeere, später von Kirsche, Pflaume und Birne, von Schlehdorn und Ahorn. Die ersten Blätter treiben, zunächst von Rosskastanie und Birke, etwa eine Woche später auch Rotbuche, Linde und Ahorn. Die Bauern beginnen mit der Aussaat von Kartoffeln und Futterrüben.

Der Vollfrühling ist durch die Blüte von Kulturapfel und Flieder, später auch der Himbeere gekennzeichnet. Der Vollfrühling startet meist Ende Februar im Südwesten von Europa in Portugal und erreicht etwa 90 Tage später das fast 4.000 Kilometer entfernte Finnland. Er zieht in Europa also mit rund 40 Kilometer pro Tag nordwärts.