Waldbrände in Kanada färben unsere Wolken bunt

Sonnenaufgang in der Rhön - so schön wegen der Waldbrände in Kanada
Sonnenaufgang in der Rhön: Ruß- und Aschepartikel färben die Wolken lila © dpa, Nicolas Armer, nar nic

Im Westen und Norden Kanadas brennen die Wälder und hierzulande gibt es schön bunte Sonnenauf- und –untergänge. Verrückt! Dieser Zusammenhang könnte jedenfalls bestehen, zwischen der lodernden Naturkatstrophe in Amerika und dem rosa- bis lilafarbenem Naturspektakel in Europa.

Ruß- und Aschepartikel aus Kanada erreichen Europa

Die Rekordbrände in British Columbia haben Europa erreicht – nicht mit ihren Flammen natürlich, aber mit Ruß- und Aschepartikeln. Mithilfe von Lasern wurde in den letzten Tagen an mehreren Stationen in Deutschland, Tschechien und Griechenland eine Staubschicht in rund 12 bis 17 Kilometern Höhe gemessen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Waldbrände in Kanada zurückgeht, berichtet das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS).

Mit der enormen Hitzeentwicklung der Brände erreichten die Ruß-und Aschepartikel, sogenannte Aerosole, Regionen über denen der Wolken, so dass sie nicht mit Regen ausgespült wurden und sehr lange unterwegs sein konnten. Durch die Westströmung in höheren Schichten der Atmosphäre wurden die feinen Teilchen über die Arktis bis nach Europa transportiert.

So schön bunt geht die Sonne unter

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Aerosole brechen das Licht anders als Wassertröpfchen

Aber warum sind die Wolken dann bunt und nicht grau oder schwarz? Es sind ja nur winzige Schwebteilchen, die hier ankommen und als Kondensationskerne bei der Wolkenbildung dienen. Und sie brechen die Lichtstrahlen der Sonne anders als die Wassertröpfchen und Eiskristalle in den Wolken. Dabei kommen andere Farben des Lichtspektrums heraus, nämlich eher rosa-lila als gelb-orange.

Die großräumige Ausbreitung von Waldbrandaerosol kann sogar so weit gehen, dass sie sich auf das Klima auswirkt. „Eine zukünftige Häufung von Waldbränden kann durchaus klimatische Konsequenzen haben“, sagt Prof. Andreas Macke, Direktor des TROPOS und Leiter der Abteilung "Fernerkundung Atmosphärischer Prozesse".  Beim Anblick der bunten Schönheiten also nicht zu sehr ins Schwärmen geraten, wie wunderbar die Natur doch ist…