Vorsicht vor Zecken: Holzbock und Auwaldzecke können uns mit dem FSME-Virus anstecken

Die Auwaldzecke gilt nun auch als FSME-Überträger
Die Auwaldzecke gilt nun auch als FSME-Überträger So können Sie sich schützen 00:02:15
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Igitt, wie eklig: Ein kleines braunes Tierchen steckt mit dem Kopf voraus in der Haut. Die Füßchen zucken noch, abzupfen geht jetzt nicht mehr. Und beängstigend ist die fiese Angelegenheit auch noch. Schließlich können Zecken gefährliche Krankheitserreger übertragen. Darunter auch das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis), das in schweren Fällen zu einer Gehirnentzündung und zu einer Schädigung des Rückenmarks führen kann. Bislang galt der Holzbock als Haupt-Übeltäter. Nun hat er Verstärkung bekommen: die Auwaldzecke.

FSME: Immer mehr Fälle im Norden Deutschlands

Die Zeckenzeit beginnt - mit Auwaldzecke und Holzbock
Der Holzbock bekommt Verstärkung: Auch Auwaldzecken (Bild) übertragen das FSME-Virus © dpa, Patrick Pleul, ppl fux jhe vfd

Denn auch die Auwaldzecke kann das FSME-Virus übertragen, wie Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart, des Deutschen Konsiliarlabors für FSME in München und des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg herausfanden. Bislang ist den Experten zufolge allerdings nicht klar, ob die winzigen Tiere erst kürzlich zum Überträger wurden, oder ob ihre Gefährlichkeit bislang schlicht nicht bekannt war. Im Gegensatz zum Holzbock ist die Auwaldzecke ganz früh im Jahr und im Herbst wieder bis zum ersten Schnee aktiv. Sie ist vor allem in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt unterwegs, wird aber auch im Südwesten Deutschlands immer öfter gefunden.

>> So werden Sie eine Zecke wieder los

Mit 350 bis 400 Erkrankungsfällen bundesweit war 2016 ein extremes Zeckenjahr, wie der Leiter des Deutschen Konsiliarlabors für die FSME, Gerhard Dobler, schreibt.  Neu seien immer mehr Fälle auch aus dem Norden Deutschlands, berichtet die Stuttgarter Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim: "Da läuft gerade etwas ab, was sich hier abschließend noch keiner erklären kann."

So schützen Sie sich vor Zecken:

Weiterhin keine Therapie oder Medikamente gegen FSME-Virus

"Bei der FSME muss man berücksichtigen, dass es keine Therapie gibt. Das heißt, eine Infektion kann zu einer schwerwiegenden Erkrankung führen. Entweder eine Hirnhautentzündung oder auch wenn das Rückenmark betroffen ist. Es kommt zu Lähmungen und in etwa zwei Prozent der Fälle kann dies zum Tod führen", erklärte Prof Ute Mackenstedt.

Die Behandlung beschränkt sich nach wie vor darauf, die Symptome zu lindern. "Da macht es wirklich Sinn, sich zu schützen", sagt Oehme. Zumal Langzeitschäden drohen.