Viele Bienenvölker haben den Winter nicht überlebt: Imker haben teilweise enorme Verluste

Viele Bienenvölker haben den Winter nicht überlebt: Imker haben teilweise enorme Verluste
Die Imkerei ist 'in', aber milde Winter sind Gift für die Bienen. © dpa, Sebastian Willnow, wil

Manche Imker haben alle Völker verloren

Der Frühling ist da und es fängt überall an zu blühen und zu grünen. Aber wo sind die Bienen, die die Blüten bestäuben? Die deutschen Imker haben im Winter teilweise heftige Verluste hinnehmen müssen.

Bienensterben eine Folge des milden Winters 2015/16

Die Imker in Rheinland-Pfalz beispielsweise mussten im vergangenen Winter mehr Verluste bei ihren Bienenvölkern hinnehmen als üblich. "Es gibt Imker, die haben in diesem Winter alle ihre Völker verloren", sagte Klaus Eisele, der Vorsitzende des Imkerverbands Rheinland-Pfalz. Absolute Zahlen liegen für das Bundesland zwar noch nicht vor, der überdurchschnittlich hohe Verlust sei aber eine logische Folge des milden Winters 2015/2016. In solchen Jahren trete ein erhöhter Milbenbefall ein.

Ein Bienenvolk besteht im Sommer aus circa 40.000 und im Winter aus etwa 10.000 Bienen. Viele der Völker seien diesmal schon im Herbst verendet, erklärte Eisele. Der wiederum sehr kalte vergangene Winter wirkt sich zum Vorteil für die Tiere aus. "Die Bienen, die jetzt überlebt haben, haben im nächsten Winter eine gute Chance", erklärte der Vorsitzende. Derzeit gehen die Bienen in die Brut. Erste noch vereinzelte Ausflüge gebe es aber bereits. Bei Temperaturen ab etwa zehn Grad fliegen die Bienen dann wieder regelmäßig aus. Als erstes werden die Tiere die Blüten von Haselnuss, Schneeglöckchen und Weide ansteuern. Etwa 30.000 Bienenvölker und 5.000 Imker gibt es in Rheinland-Pfalz derzeit, Tendenz steigend. "Die Imkerei ist momentan im Trend, es kommen immer Neue dazu. Ein Nachwuchsproblem haben wir derzeit definitiv nicht", sagte Eisele.

Übeltäter Varroa-Milbe

Viele Bienenvölker haben den Winter nicht überlebt: Imker haben teilweise enorme Verluste
Es kam zu Winterverlusten bei den Bienen. © dpa, Jan Woitas, woi dna fux

Auch in Hessen sind nicht alle Bienenvölker gut durch den Winter gekommen. Einige Imker hätten erhebliche Verluste hinnehmen müssen, berichtete der Vorsitzende des Landesverbandes hessischer Imker, Manfred Ritz, in Kirchhain. Schuld sei die für die Insekten schädliche Varroa-Milbe, die sich im vergangenen Jahr gut habe vermehren können. Ritz zufolge haben etwa 20 Prozent der Bienenvölker die kalte Jahreszeit nicht überlebt und damit etwas mehr als sonst. Normal sei ein Verlust von im Schnitt 15 Prozent. Die ungewöhnliche Trockenheit in diesem Winter war demnach für die Insekten kein Problem.