Vanille ist es nicht: Ältestes Eis der Welt entdeckt

In der Antarktis haben Wissenschaftler um Michael Bender von der Princeton University 2,7 Millionen Jahre altes Eis entdeckt. Mit einem Eisbohrer gingen sie im Eis um die Allen Hills, 200 Kilometer östlich der größten Forschungs- und Logistikstation der Antarktis gelegen, auf die Suche. Warum dort? In der sturmumtosten Region sind die Eisschichten quer gekippt, so dass die ältesten Schichten nicht senkrecht unter der Oberfläche zu finden sind, sondern mit einer horizontalen Bohrung erreicht werden.

Uralt-Eis knackt Rekord um 1,7 Millionen Jahre

Das Eis in diesem Eisbohrkern ist bis zu 2,7 Millionen Jahre alt.
Das Eis in diesem Eisbohrkern ist bis zu 2,7 Millionen Jahre alt. © Yuzhen Yan/ Princeton University

Sonst stimmt es zwar, dass das Eis umso älter ist, je tiefer es liegt. Es gilt aber auch, dass je näher es sich am felsigen Untergrund befindet, desto schneller wird es von dessen Wärme weggetaut. Rekorde sind hier deshalb nicht zu erwarten. Der bisher älteste, auf diese Weise ergatterte Eisbohrkern aus knapp drei Kilometer tiefem Eis förderte etwa 900.000 Jahre altes Eis an die Oberfläche. Das jetzt gefundene Eis ist also um die Kleinigkeit von 1,8 Millionen Jahre älter.

Die Forscher forschen aber gar nicht der Rekorde wegen, sie interessiert etwas anderes. Das uralte Eis stammt aus den Anfängen des Pleistozäns, des Eiszeitalters, während dem sich Warm- und Kaltzeiten abwechselten. Die im Eis konservierte Luft kann womöglich Hinweise darauf geben, wie es vom stabilen Klima zu den Wechseln kam. Erste Erkenntnis: Zu allen Zeiten innerhalb des Pleistozäns lagen die CO2-Werte deutlich unter denen von heute, nämlich unter 300 parts per million (heute 400 ppm).

„Dies ist die einzige Probe der urzeitlichen Erdatmosphäre, zu der wir Zugang haben“, zitiert scinexx.de den US-Geochemiker David Shuster aus dem Magazin „Science“. Bender und Kollegen wollen noch weiter im Eis und der Erdgeschichte bohren. Vielleicht gibt es ja doch noch älteres Eis.