Umweltverschmutzung nimmt ungeahnte Ausmaße an: Forscher finden 30 Plastiktüten im Magen eines Schnabelwals

Forscher fanden 30 Plastiktüten im Magen eines Wals
Forscher fanden 30 Plastiktüten im Magen eines Wals Schrecklicher Fund 00:01:18
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Der gestrandete Schnabelwal war stark unterernährt

Diese Bilder sind unfassbar und sollten jeden von uns zum Nachdenken anregen: Forscher der norwegischen Universität Bergen haben 30 Plastiktüten und jede Menge Mikroplastik im Magen eines gestrandeten Wals gefunden. Das Tier musste am Wochenende auf der Insel Sotra westlich von Bergen getötet werden, weil es immer wieder in Richtung Land schwamm. "Es war offensichtlich, dass der Wal krank war und Schmerzen hatte", sagte der Zoologe Terje Lislevand. "Wir mussten ihn töten, um seinem Leid ein Ende zu setzen."

Der Schnabelwal sei durch den Plastikmüll unterernährt

Da ein Cuvier-Schnabelwal in nördlichen Gewässern eigentlich nicht vorkommt, sollte der über zwei Tonnen schwere Kadaver für das Naturhistorische Museum in Bergen aufbereitet werden. Bei der Obduktion in der marinebiologischen Station der Universität machten die Forscher aber eine grausame Entdeckung: Im Magen des Wals befanden sich große Mengen Plastikmüll. "Der Magensack war voll mit Plastiktüten und Verpackungen mit unter anderem dänischer und englischer Aufschrift", sagten die Forscher.

Die Speckschicht des Wales sei sehr dünn und sein Darmsystem fast völlig leer gewesen. Das sei ein Zeichen dafür, dass der Meeressäuger abgemagert war. Die große Menge an Plastik hatte vermutlich einen Pfropfen im Magen gebildet. Der Zoologe nimmt an, dass der Wal ziemlich gelitten hat und deshalb flache Gewässer aufsuchte.

Plastikmüll ist ein globales Problem - immer wieder verenden Tiere

Zu Jahresbeginn 2016 strandeten immer wieder Pottwale an der Nordseeküste. Insgesamt 30 verendeten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich. In den Mägen der Tiere fand sich jede Menge Plastikmüll. Experten gehen aber davon aus, dass viele Faktoren bei ihrem Tod eine Rolle spielten.

Jedes Jahr verschmutzen Millionen Tonnen Plastikmüll die Ozeane. Für Seevögel und Meeresbewohner, die den Müll fressen, ist das eine erhebliche Gefahr. Die Tierschutzorganisation 'Whale and Dolphin Conservation' schreibt, dass die giftigen Inhaltsstoffe im Plastik unter anderem Immunschwächen hervorrufen und die Fruchtbarkeit der Meeressäuger beeinträchtigen können. Auch der norwegische Forscher meint: "Der Müll im Meer ist ein globales Problem."

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Plastik im Meer: So bedrohen wir Menschen Schildkröten & Co. Tiere leiden unter unserem Müll 00:00:49
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Nicht nur Wale sind von dem lebensgefährlichen Plastikmüll bedroht. Wie sehr auch andere Meerestiere unter dem Müll in den Ozeanen leiden, sehen Sie im Video.