Olis Klimablog: Tesla und Nissan fehlen auf der IAA in Frankfurt - aus gutem Grund

Olis Klimablog: Tesla und Nissan fehlen auf der IAA in Frankfurt - aus gutem Grund

Mit dem Klub der deutschen Diesel-Freunde wollen die Vorreiter der E-Szene nichts zu tun haben

Bei der Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt saß die Kanzlerin neben Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), neben Dieter Zetsche (Vorstandsvorsitzender der Daimler AG) und neben Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Böse gesagt: Sie saß neben den Ewiggestrigen, die allesamt einfach immer weiter machen, als habe es weder den Diesel-Skandal gegeben, noch sei jemals jemand darauf gekommen, man könne ein Auto auch mit etwas anderem als Benzin oder Diesel antreiben.

Die IAA ist schon lange nur noch ein Magnet für die Hersteller von unnötigen Spritfressern, die mehr CO2 in die Luft blasen, als wir uns leisten können. Und die Kanzlerin, man nannte sie mal "Klimakanzlerin", hält ihre schützende Raute über die Automobilindustrie, weil da ja so viele Jobs dran hängen.

Nur: Wenn sich die deutsche Automobilindustrie nicht schleunigst wandelt, wird es mit all den schönen Jobs eh bald nichts mehr sein. Dann produzieren eben andere die Technologie der Zukunft. Und auch die Chinesen - ein enorm wichtiger Absatzmarkt für deutsche Autos - werden die Benzinfresser 'Made in Germany' nicht mehr kaufen.

Es ist ein starkes Signal von Tesla, nicht nach Frankfurt zu kommen. Mit dem Klub der deutschen Diesel-Freunde will das Unternehmen aus Kalifornien nichts zu tun haben. Auch Nissan und neun weitere Hersteller sucht man vergeblich in Frankfurt. Das wertet die IAA enorm ab. Oder, wie es Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, formulierte: "Die deutsche Autoindustrie schaufelt gerade ihr eigenes Grab."    

Oliver Scheel ist Freier Journalist und arbeitet für Wetter.de. Er setzt sich deshalb für den Klimaschutz ein, weil er keine Lust darauf hat, dass alles vor die Hunde geht.

Ältere Blogs: Wie lange kann Trump den Klimawandel noch leugnen?

US-Präsident Ronald Reagan hasste die Klimaschützer. In seinen Augen waren sie versprengte Hippies, Spinner. Während seiner Amtszeit von 1981 bis 1989 blockierte er alle Klimaschutzmaßnahmen, die Wirtschaft sollte freie Hand haben. Im November 1980 wurde Reagan ins Amt gewählt. Genau in dem Jahr, in dem sich Hurrikan 'Allen' zu einem der stärksten Hurrikane in der Geschichte der USA entwickelte. Als wollte 'Allen' den Präsidenten darauf hinweisen, dass nur konsequenter Klimaschutz die Menschheit retten kann. Und nun? Nun erleben wir die Präsidentschaft des letzten Dinosauriers unserer Zeit, des Klimawandelleugners Donald Trump. Und was passiert? Trump erlebt im ersten Jahr seiner Präsidentschaft die vielleicht schlimmste, mit Sicherheit aber teuerste Hurrikan-Saison der Neuzeit.    

Wäre es nicht so schlimm, dass Menschen ihr Leben verlieren oder zumindest ihr Hab und Gut, dann könnte man vielleicht darüber lachen, dass ausgerechnet das letzte Land der Klimawandelleugner auf diesem Planeten so hart von den Stürmen in dieser Saison getroffen wird. Es ist, als wollte das Wetter den Präsidenten mit der Nase auf seine dummen Aussagen stoßen und endlich davon überzeugen, dass der Klimawandel real ist. "Wo zum Teufel ist die Erderwärmung", plärrte Trump an einem kühlen Juli-Tag. "Wir brauchen dringend was davon".

Jetzt hat er sie, die Erderwärmung. Und den Schaden gleich dazu. Der Gouverneur von Texas schätzte die Kosten für den Aufbau nach Hurrikan 'Harvey' auf 180 Milliarden Dollar. Da sind die Kosten für Hurrikan 'Irma' und den jetzt schon auf dem Atlantik sichtbaren Sturm 'Jose' noch gar nicht enthalten. Was könnte man mit 180 Milliarden Dollar machen? Zum Beispiel große Teile der amerikanischen Industrie auf Grüne Technologie umstellen. Aber nein, die Wirtschaft soll lieber absahnen statt in die Zukunft zu investieren. Zukunft - das ist Trump egal, er ist ja auch schon 71 Jahre alt. Schade nur für alle Erdenbürger, die ihr Leben noch vor sich haben.