NOAA-Temperaturprognose: April und Mai 2017 werden zu mild

Langfristige Wettervorhersagen haben immer einen Hauch von Glücksspiel. Nichtsdestotrotz versucht die amerikanische Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) mit Hilfe eines experimentellen Wettermodells den Witterungsverlauf für sechs Monate tendenziell zu erfassen. Hierbei wird jedoch nicht das Wetter, sondern die Temperaturabweichung vom langjährigen Mittel berechnet.

April 2017: Norden und Osten viel zu warm

Der Trend setzt sich fort: vergleicht man die Prognose der amerikanischen Wetterbehörde von letzter Woche mit dieser, so sind klare Tendenzen zu erkennen. Die Temperaturen entwickeln sich laut der Vorhersage der NOAA im April voraussichtlich weiter nach oben.

Waren es in der letzten Berechnung in weiten Teilen Europas 1 bis 2 Grad, die oberhalb der durchschnittlichen Temperaturen prognostiziert waren, so sind es nun, ganz besonders in Nord- und Osteuropa schon bis zu 4 Grad mehr als im langjährigen Mittel.

NOAA im April
NOAA-Prognose für den April 2017 (20.03.2017)

Spitzenreiter ist dabei Russland, dort scheint die Klimaerwärmung deutlich spürbar zu sein. Auch wir in Deutschland können mit einem tendenziell milden Frühjahr rechnen. Gleich geblieben ist die Prognose für Spanien, dort bleibt laut NOAA, alles im Norm-Bereich.

Mai 2017: Temperaturen in fast ganz Europa zu hoch berechnet

NOAA im Mai
NOAA-Prognose für den Mai 2017 (20.03.2017)

Im Mai scheinen sich die Extreme wieder zu relativieren, wärmer als das langjährige Mittel bleibt es laut den Amerikanern jedoch. In Skandinavien, im Baltikum, in Weißrussland und in Russland bleiben positive Abweichungen vom langjährigen Temperaturmittel von bis zu 3 Grad bestehen.

Bei uns im Lande soll es mit einem Grad Wärmeüberschuss ebenfalls milder werden. Die Normalisierung der Mittelmeeranrainer, die wir in der letzten Woche noch sehen konnten, hat sich verflüchtigt, auch dort kann man  laut der amerikanischen Wetterbehörde mit positiven Temperaturabweichungen von bis zu einem Grad rechnen.

Fazit: Frühling zeigt sich viel zu mild

Skandinavien, das Baltikum und Teile von Russland müssen in diesem Frühjahr mit mehr Wärmeüberschuss als der Süden zurechtkommen. Insgesamt wird das Frühjahr von der NOAA wesentlich wärmer berechnet, als wir es vom langjährigen Mittel kennen. Auch bei uns in Deutschland gibt es einen Wärmeüberschuss von einem, teils auch zwei Grad. Im April scheint sich nur Spanien und die Türkei im Normalbereich aufzuhalten. Die amerikanische Wetterbehörde verspricht uns dort ein weder zu warmes, noch zu kaltes Frühjahr.

Doch trotz dieses Wärmetrends in unseren Breitengraden heißen diese Prognosen nicht, dass April und Mai einen frühsommerlichen Charakter haben müssen. Kalte und ungemütliche Tage kann es trotzdem geben.