Neuer Riss im Schelfeis Larsen C könnte drittgrößten Eisberg der Welt entstehen lassen

Larsen C
Hier kann man sehen, wie sich der alte Riss im Schelfeis bis Januar ausgebreitet hatte. Der neue Riss hat sich quer dazu auf direktem Weg direkt zum Meer gebildet. © picture alliance / A. Luckman/ M, A. Luckman/ MIDAS Project/ Swans, lof

Ein neuer Riss im Eisschelf Larsen C könnte einen Eisberg entstehen lassen, der doppelt so groß ist wie das Saarland. ‚Spektrum‘ berichtet von dem hohen Tempo, mit dem sich der gigantische Riss ausbreitet. 

Neuer Riss ist schneller in Richtung Meer unterwegs

Schon seit den 60er Jahren ist ein Riss im Schelfeis Larsen C dokumentiert. Seit dem Jahr 2014 hat sich der Riss in Intervallen verlängert. Sollte der Riss das Meer erreichen, würde der drittgrößte je registrierte Eisberg entstehen. Seit Anfang des Jahres hat sich die Spalte nicht weiterentwickelt. Dafür hat sich ein neuer Zweig abgespaltet, so der Glaziologe Adrian Luckman von der Swansea University, der von den neuen Entwicklungen in der Antarktis berichtet. „Erreicht er die Eiskante, lösen sich rund 5.000 Quadratkilometer Eis vom Schelfeis und können davontreiben.“, so der Experte.

Noch fehlen 20 Kilometer zum Meer. Der Grund, warum sich der alte Bruch nicht weiter fortpflanzt, ist noch nicht geklärt, im Dezember und Januar hatte er sich um 30 Kilometer verlängert. Dafür ist er seit Februar jeden Tag um gut einen Meter breiter geworden. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Grund der Verlangsamung des alten Risses damit zusammenhängt, dass er durch weicheres und feuchteres Eis, das er erreicht hat, weniger unter Spannung steht.

Video vom Drohnenflug über den alten Riss im antarktischen Eis

Riesiger Riss im antarktischen Eis
Riesiger Riss im antarktischen Eis Drohnenflug über Riss im antarktischen Eis 00:02:49
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Die Folgen wären der Anstieg des Meeresspiegels

Sollte sich der Eisberg lösen, ist das Schicksal des Schelfeises wahrscheinlich besiegelt, wie bei Larsen A und Larsen B, die anschließend schnell vom Meer, dem Wind und den Wellen zerstört wurden.

Die Folgen wären fatal: Das Schelfeis, die schwimmenden Eismassen entlang der Küste des antarktischen Eisschildes, halten die Gletscher auf dem Festland zurück. Entfernen sich diese Eismassen, kann es zum Nachrücken der Festlandgletscher kommen und somit zu mehr Abbrüchen. Die weitere Folge wäre, dass der Meeresspiegel steigt.