Klimawandel: Die Sahara könnte schon bald nach Europa vordringen

Klimawandel: Kommt die Sahara nach Europa?
Die Erderwärmung schreitet voran. Dennoch wird der menschgemachte Klimawandel geleugnet oder ausgeblendet. © dpa, Z6423 Matthias Toedt

Hurrikan 'Harvey', Hurrikan 'Irma', schlimmste Monsun-Ereignisse, nicht enden wollende Trockenheit, Rekord-Waldbrände, Überflutungen, Bergrutsche gleich um die Ecke: Wie deutlich muss uns die Erde eigentlich noch machen, dass das Klima sich wandelt – und zwar vom Menschen gemacht?  Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber, warnt vor den verheerenden Folgen der Erderwärmung.

Warnung vor dem Klima-Chaos: "Die Elemente wenden sich gegen uns"

„Das Jahr 2017 zeigt uns auf bitterste Weise, warum die Wissenschaft seit Jahrzehnten vor dem Klima-Chaos warnt: Die Elemente Feuer, Wasser und Luft wenden sich nun gegen uns, weil wir den Planeten aus dem Gleichgewicht bringen“, heißt es in einer Mitteilung auf der Internetseite des PIK. Viele weitere Wirbelstürme könnten die Menschheit heimsuchen. "Und über Andalusien und Sizilien könnte noch in diesem Jahrhundert die Sahara nach Europa eindringen." Zugleich kritisiert Schellnhuber, dass das Thema im Bundestagswahlkampf nahezu völlig ausgeblendet werde. Anders als in den USA würde der menschgemachte Klimawandel zwar nicht regelrecht geleugnet, aber würden doch die Augen vor ihm verschlossen. Stattdessen häuften sich "unnötige Bekenntnisse zu den Geschäftsmodellen von gestern", wie Dieselantrieb, Kohleverstromung und industrielle Landwirtschaft.

Direktor des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber
Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung © dpa, Soeren Stache, soe htf

Hans Joachim Schellnhuber wird im Herbst der 'Blue Planet Prize', die international bedeutendste Auszeichnung für Pioniere der Nachhaltigkeitsforschung, verliehen. Schellnhuber erhält den Preis für seinen wegweisenden Beitrag zur Etablierung der Zwei-Grad-Grenze der globalen Erwärmung, auf die sich die Staaten der Welt im Klimavertrag von Paris geeinigt haben. Bei Bekanntgabe, erklärte der Physiker und Klimaforscher „Wir [Klimaforscher] müssen Verantwortung übernehmen, indem wir unsere Erkenntnisse schonungslos sowohl an Entscheider in Wirtschaft und Politik als auch an die breite Öffentlichkeit kommunizieren.“ Bleibt zu hoffen, dass sie, bzw. wir alle endlich zuhören und nicht nur halbherzige Konsequenzen treffen.