Klimawandel: Das Great Barrier Riff vor der Küste Australiens ist zu zwei Dritteln zerstört

 Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien.
Der Klimawandel ist für die verheerende Korallenbleiche am Great Barrier Reef verantwortlich. © dpa, Peter Mumby, lof fgj

Das weltgrößte Korallenriff ist in Gefahr

Genau vor einem Jahr haben wir schon einmal über die alarmierenden Schäden am Great Barrier Reef berichtet. Im April 2016 waren bereits bis zu 50 Prozent des 2.300 Kilometer langen Korallenriffs vor der australischen Küste abgestorben. Dieses Jahr ist nach einer neuen Studie das weltgrößte Korallenriff möglicherweise noch mehr in Gefahr, als bislang vermutet. 

Kaum noch Chancen auf Erholung

Zwei Drittel des Great Barrier Reefs vor der australischen Küste sind tot
Eine Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens. © dpa, rf htf fpt axs lof gfh wst

Aktuelle Aufnahmen aus der Luft zeigen, dass bereits 1.500 Kilometer von der sogenannten Korallenbleiche betroffen sind - also bereits zwei Drittel des gesamten Riffs. Professor Terry Hughes von der James-Cook-Universität im australischen Townsville mahnt, es gebe "kaum noch Chancen auf Erholung".

Nach Angaben des Wissenschaftler-Teams um Hughes betreffen die schwersten neueren Schäden den mittleren Teil des Riffs. Im vergangenen Jahr waren vor allem Korallenstöcke im Norden des Riffs ausgebleicht. Nur im Süden sind die Stöcke demnach noch weitgehend gesund. Die Forscher hatten 2017 insgesamt 800 Korallenstöcke untersucht. Der Wissenschaftler John Kerry sagte, nach 1998, 2002 und 2016 sei dies nun bereits die vierte Korallenbleiche, von der das Ökosystem betroffen sei.

Video: Bedrohliches Korallensterben in Australien (2016)

Korallenbleiche so schlimm wie nie
Korallenbleiche so schlimm wie nie Bedrohliches Korallensterben in Australien 00:00:30
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Entschlossener Kampf gegen Klimawandel kann das Great Barrier Reef retten

Bislang lagen zwischen den Bleichen immer einige Jahre, in denen sich das Great Barrier Reef erholen konnte. Professor Hughes appelliert, das Riff mit einem entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel zu retten.

Die Korallenbleiche vor der Nordostküste Australiens hatte im vergangenen Jahr weltweit Schlagzeilen gemacht. Als einer der Gründe wird vermutet, dass die Wassertemperaturen um bis zu vier Grad höher lagen als sonst. Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe.