Great Barrier Reef: Neue Korallenzüchtungen gegen die Korallenbleiche

Hoffnung fürs Great Barrier Reef: Neue Korallenzüchtungen
Hoffnung fürs Great Barrier Reef: Neue Korallenzüchtungen Das Great Barrier Reef darf nicht sterben 00:02:28
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Das Great Barrier Reef, die bunte, riesige  Unterwasserwelt vor der Nordostküste Australiens, Raum für unzählige unterschiedliche Lebewesen, stirbt.  Auf einer Fläche fast so groß wie Deutschland ist ein Großteil der Korallen  nicht mehr bunt. An vielen Stellen sieht es aus wie ein Friedhof. Abgestorben. Düster.

Korallenbleiche: Der Klimawandel ist Schuld

Schuld daran sind der Klimawandel und die dadurch erhöhte Wassertemperatur, die die Korallen ausbleicht. Denn die eigentlich bunte Färbung haben die Korallen durch Algen, eine lebenswichtige Verbindung. Doch wenn das Wasser wärmer wird, werden die Algen giftig und die Korallen stoßen sie ab. Die bleichen Korallen können sich zwar erholen, nur dauert das 10 bis 20 Jahre, vorausgesetzt es kommt keine erneute Wärmestörung hinzu. Das sieht derzeit allerdings nicht danach aus.

Deswegen suchen Wissenschaftler nach Auswegen. Im Meeresforschungsinstitut AIMS in Queensland simulieren sie unterschiedliche Klimabedingungen und versuchen, hitzeresistente Korallen zu züchten, die dann an den Riffen eingesetzt werden können. Doch das kann natürlich nur an einzelnen Stellen helfen.

Die Ozeane werden wärmer und wärmer
Die Erwärmung der Ozeane seit 1901 Achtung: Werte in Fahrenheit, nicht Celsius.

Ozeane im Stress: Sauerstoffgehalt sinkt, Versauerung steigt

Die Korallenbleiche ist aber nur ein Symptom der sich erwärmenden Ozeane. Bedrohlich ist auch die Abnahme des Sauerstoffgehaltes. Das Phytoplankton in den oberen Wasserschichten produziert per Photosynthese Sauerstoff genauso wie es Pflanzen auch an Land tun. Im wärmeren Wasser kann das Plankton aber nicht mehr so viel Sauerstoff halten, weil die Löslichkeit des Sauerstoffs mit steigender Temperatur abnimmt. Zudem behindert das wärmere Wasser den Austausch zwischen den sauerstoffreichen Schichten an der Oberfläche und den sauerstoffarmen Schichten in der Tiefe. Dadurch entstehen Todeszonen, in denen die meisten Meerestiere und –pflanzen nicht überleben können.

Dazu kommt noch die Versauerung der Meere. Ozeane nehmen nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts mehr als 25 Prozent des CO2, das wir freisetzen, auf. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen.  Wenn CO2 sich in Meerwasser löst, reagiert es mit Wasser und bildet Kohlensäure (H2CO3). Das senkt den pH-Wert. Die Versauerung greift vor allem Organismen mit Kalkschalen und Skeletten, wie Korallen und Muscheln, an. Womit wir wieder beim Great Barrier Reef wären.

Nur wenn der Klimawandel gebremst wird und die Wassertemperatur nicht weiter ansteigt, kann dieses wunderbare Ökosystem noch gerettet werden.