Folgen des Klimawandels: Alte Viren werden freigesetzt

Die arktischen und antarktischen Eisschilde schmelzen dahin – das ist bekannt. Gerade sorgte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mit einer Meldung für Aufsehen, die einen stärkeren Anstieg des Meeresspiegels als bisher angenommen befürchtet. Es gibt daneben aber eine weitere Bedrohung für die Menschen, wenn die uralten Eismassen schmelzen. Viren, die bisher im Eis eingefroren sind, könnten reaktiviert werden, heißt es auf dem Internetportal sciencealert.com. Das ist ja wie im Horrorfilm!

Uralte Viren sind viel größer - trotzdem Entwarnung

Folgen des Klimawandels: Alte Viren werden freigesetzt
Der Mers-Virus (Foto) kann einpacken. Die Viren im Eis sind viel größer. © dpa, Center for Disease Control

Die Autoren Lydia Ramsey und Erin Brodwin berichten von russischen Forschern, die im Jahr 2015 in Sibirien ein 30.000 Jahre altes Virus (Molliviris sibericum) entdeckt hatten, das in einem Versuch eine Amöbe ansteckte, die sich völlig widerstandslos ergab. Zehn Jahre zuvor hatten andere Wissenschaftler das erste Mimivirus in den Schichten des schmelzenden Permafrosts in der russischen Tundra entdeckt. Es ist doppelt so groß wie andere Viren, befällt zum Glück aber auch nur Amöben.

Wir können also Ruhe bewahren – zunächst jedenfalls. "Es sei denn, Sie sind eine Amöbe", wie der Wissenschaftsjournalist der New York Times, Carl Zimmer in einem Interview mit businessinsider.com scherzhaft bemerkte. Es wurden bisher keine Erreger freigesetzt, die Menschen infizieren könnten. Außerdem seien die Viren unter Laborbedingungen aufbereitet worden und hätten sich nicht etwa selbst aus dem Eis befreit. Also: Entwarnung! Obwohl… vorstellbar ist das irgendwie schon.