Ein bisschen Winter geht zu Ende: 1. März ist meteorologischer Frühlingsanfang

1. März ist meteorologischer Frühlingsanfang
2015/2016 war ein sehr milder Winter. © picture alliance / dpa, Uwe Zucchi

Der Winter geht zu Ende

Winter? Welcher Winter? In der Natur haben manche Pflanzen durchgeblüht, knackigen Frost gab es kaum, Wintersportler mussten hoch hinaus. Das Gefühl trügt nicht: Auch dieser Winter war zu mild. Jetzt kommt der Frühling - zumindest der meteorologische (vom 1. März bis 1. Juni).

Die ersten Schneeglöckchen haben diesmal schon im Dezember ihre Blüten geöffnet - lange vor Weihnachten. Seit Wochen blühen Haselsträucher, Störche sind längst zurück und bereiten ihre Nester vor, Kraniche ziehen aus Süden in die Brutgebiete. Seit Anfang Dezember waren Schnee und Frost Mangelware in Deutschland.

Doch wie warm war der Winter wirklich? "Es war ein sehr milder Winter", erklärt Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Der Dezember stellte einen neuen Wärme-Rekord auf, die Durchschnittstemperatur lag um satte 5,6 Grad über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990, dem internationalen Vergleichswert. Januar und Februar waren zwar auch zu mild, aber mit weniger deutlichen Abweichungen. Unter dem Strich waren die drei Wintermonate in Deutschland 3,5 Grad zu warm. Damit zählt der Winter 2015/16 zu den fünf mildesten Wintern seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. An den Rekord des Winters 2006/07, der 4,4 Grad zu warm war, kommt er aber nicht heran.

Wie weit entwickelt ist die Natur? Rund drei Wochen sei die Pflanzenwelt der üblichen Zeit voraus, sagt DWD-Expertin Anja Engels. Die frostigen Temperaturen der letzten Februar-Woche ließen die Entwicklung zwar ins Stocken geraten, aber Schaden entstehe dadurch nicht. Schon am 15. Dezember startete der DWD seinen Pollenwarndienst, so früh wie noch nie. Pollen der Haselsträucher waren schon unterwegs. Gewöhnlich beginnt die Saison im Januar oder Februar.

Und es gibt einen Trend zu milden Wintern, denn überdurchschnittliche Wintertemperaturen registrieren die Meteorologen bereits seit Mitte der 1970er Jahre. "Wenn sich dieser Trend fortsetzt, werden unsere Kinder und Enkel vielleicht gar keinen richtig bärig kalten Winter mehr erleben", meint Lux. Natürlich gibt es trotzdem immer mal wieder frostige Perioden, in denen es knackig kalt ist.

Wie war die Schneelage in diesem Winter?

Für Autofahrer gut, für Wintersportler mau. Zwar war es Mitte Januar einige Tage lang kalt genug, aber vielerorts gab es seit Anfang Dezember keinen einzigen Tag mit einer nennenswerten Schneedecke. Dafür regnete es vor allem im Februar viel. Nur in den Hochlagen gab es gute Wintersportbedingungen, häufig musste mit Kunstschnee nachgeholfen werden. Im rekordmilden Dezember schmolz sogar auf der 2.962 Meter hohen Zugspitze der Schnee in der Sonne.

Und nun stellt sich die Frage, wie der Frühling wird. Auch, wenn für den 1. März in der Südosthälfte Schneefall und in ganz Deutschland Frost vorhergesagt wird, kann es im März im Süden durchaus erste Sommertage mit Werten über 25 Grad geben. Wirklich sichere Wetterprognosen sind aber nur für rund eine Woche im Voraus möglich. Danach ist alles drin, auch ein heftiger Kaltlufteinbruch.