Die Ostsee ist zu warm, Heringe brechen immer früher zum Laichen auf

Die Ostsee ist zu warm, Heringe brechen zum Laichen auf
Die Ostsee ist zu warm, Heringe brechen zum Laichen auf Klimawandel in der Ostsee bleibt nicht ohne Folgen 00:02:22
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Im Nord-Ostsee-Kanal ziehen die Fischer schon jetzt die ersten Heringe aus dem Wasser. Die Fische kommen in großen Schwärmen zum Laichen in eins der Fanggebiete im Nord-Ostsee-Kanal. Dies ist kein Grund zur Freude, denn die Fische machen sich viel zu früh auf den Weg. Der Grund ist die Erwärmung der Ostsee. Die Heringe haben wegen des Klimawandels die Nachwuchs-Produktion nach vorne verlegt. Das kann auf Dauer dramatische Konsequenzen für die Bestände haben.

Der Hering ist ein Indikator für den Klimawandel

"Seit fünf Jahren kommen die Schwarmfische immer früher zu ihren Laichplätzen“, berichtet ein Fischer. Für ihn ist dies ein klares Zeichen des Klimawandels, er erklärt: "Das hat mit Sicherheit mit dem wärmeren Ostseewasser zu tun. Im Moment müsste die Ostsee an der Oberfläche 0 Grad haben und sie hat jetzt schon 3 Grad. Dadurch bildet sich natürlich der Rogen oder besser der Laich bei den Heringen früher aus und deshalb muss er auch früher zum Laichen."

Dass der Hering ein Indikator für den Klimawandel ist, bestätigen auch Meereswissenschaftler. Dadurch, dass der Schwarmfisch immer früher in Frühlingsstimmung ist, hat der Nachwuchs ein Problem. Dies bestätigt auch Meeresbiologin Dr. Dr. Catriona Clemmesen-Bockelmann: "Die Heringe kommen, sie laichen bei den Temperaturen die passen, sie geben ihre Eier ab, diese Eier entwickeln sich. Die Larven schlüpfen daraus und die Larven müssen dann die nötige Nahrung finden. Diese Nahrung basiert auf der Weiterführung der Nahrungskette. Man braucht also erst die Algen und die Algen brauchen Licht und dieses Licht haben wir eben noch nicht."

Das heißt im Klartext: Der Fischnachwuchs findet zu wenig Nahrung, zu wenige Jungtiere überleben. Noch sind die Bestände gut, aber wenn das frühe Laichen der Heringe so weitergeht, gibt es bald immer weniger.