Der Grundwasserspiegel sinkt immer mehr ab

Sieben Monate zu wenig Niederschlag

Trotz der jüngsten Regenfälle ist der Grundwasserspiegel in vielen Teilen Baden-Württembergs auf einem historischen Tiefstand. Nach der Trockenheit der letzten Monate sind die Grundwasserstände laut Badischer Zeitung auf einem kritischen Niveau angelangt. Und das wohl nicht nur im Südwesten.

Probleme für Mensch, Natur und Nahrungskette

Grundwassermessung: Rekordniedrigstände im Südwesten.
Grundwassermessung: Rekordniedrigstände im Südwesten. © dpa, Christoph Schmidt, cdt wie

In den letzten sieben Monaten gab es deutschlandweit im Durchschnitt immer zu wenige Niederschläge. Sollte es im Laufe des Jahres nicht viel Regen geben, kann dies nicht nur zum Problem für Flüsse, sondern auch für deren Ökosysteme werden. Moore, Feuchtgebiete und kleine Seen können austrocknen, Bäume und ganze Wälder absterben und die Bewirtschaftung von Ackerflächen erheblich erschwert werden. An manchen Bäumen sind Trockenschäden aus dem Jahr 2003 jetzt noch feststellbar.


Im Winterhalbjahr erholen sich die Grundwasserreserven normalerweise durch Regen und Schmelzwasser. In diesem Jahr sieht dies allerdings durch den trockenen Winter anders aus. Der Dezember 2016 brachte im Süden und Südwesten zum Teil fast überhaupt keinen Niederschlag (nur 10 Prozent des Durchschnitts). Auch Schnee ist dadurch nicht viel gefallen und geschmolzen auch nicht. Selbst im Januar gab es im Einzugsbereich nur 30 bis 70 Prozent des normalen Regens.

Grundwasser braucht eine lange Regenerationsphase

Und selbst wenn durch den Regen in den kommenden Wochen zumindest das Trinkwasser gesichert ist, ein geringer Grundwasserspiegel kommt erst durch monatelange Trockenperioden zustande. Nach der oben genannten siebenmonatigen ‚Trockenperiode‘ scheint auch der Februar wieder zu trocken zu bleiben. Selbst einige kurze Regenereignisse in den kommenden Wochen reichen dann nicht aus, um den Wasserspeicher im ‚Untergrund‘ wieder anzuheben oder aufzufüllen. Somit bleibt es eher bei einer angespannten Lage was den Grundwasserspiegel allgemein und das Niedrigwasser in den deutschen Flüssen und Seen angeht.  

Video: Auch am Forggensee in Bayern ist im Februar Niedrigwasser angesagt.

Was ist Grundwasser eigentlich?

Grundwasser nennt man das Wasser unterhalb der Erdoberfläche, das durch Versickern von Niederschlägen oder teilweise auch durch Migration aus Seen und Flüssen dorthin gelangt. In Deutschland werden mehr als 70 Prozent des Trinkwasserbedarfs durch Grundwasser gedeckt.  Ein Mensch verbraucht durchschnittlich über 100 Liter am Tag. Grundwasser braucht aber auch die Industrie, vor allem für die Kühlung als Grundlage für Herstellung unserer Lebensmittel.