Der 'Dsud' bedroht das Überleben der Nomaden in der Mongolei

Brutal harter Winter reduziert den Viehbestand enorm

Wegen eines ungewöhnlich harten Winters in der Mongolei fürchtet das Rote Kreuz um die Existenz von mehr als 150.000 Nomaden und deren Viehherden. Die Hilfsorganisation rief am Donnerstag in Peking zu Spenden auf, um Betroffenen zu helfen, die unter einem extremen Wetterphänomen namens 'Dsud' leiden. Hierbei folgt eine Dürre im Sommer auf einen extrem kalten Winter mit Temperaturen von bis zu minus 50 Grad. 

Aus der Steppe in die Kanalisation

Der 'Dsud' bedroht das Überleben der Nomaden in der Mongolei
Das extreme Wetterphänomen 'Dsud' in der Mongolei. Wenn die Tiere die Kälte nicht überleben bedroht dies auch die Existenz der Nomaden. © dpa, Mirva Helenius, MAS wst

Laut Rotem Kreuz kam es in der Mongolei in der Vergangenheit alle zehn bis zwölf Jahre zu diesem Phänomen. Bedingt durch den Klimawandel hätten sich die Abstände zwischen den extremen Wetterlagen jedoch immer weiter verkürzt. Nun wird die Mongolei bereits das zweite Jahr in Folge vom 'Dsud' heimgesucht, weshalb bereits im vergangenen Winter mehr als eine Million Tiere in der Kälte verendeten.

Viele Nomaden werden auch in diesem Jahr ihre Herden verlieren und keine andere Wahl haben, als sich in eines der Armutsviertel der Hauptstadt Ulan-Bator zu flüchten, sagte Gwendolyn Pang vom Roten Kreuz in Peking. Dort leben sie oft in der Kanalisation, weil es da verhältnismäßig warm ist. Die Hilfsorganisation hofft, bei ihrer Spendenaktion rund 600.000 Euro sammeln zu können. 

In der Mongolei ist das Nomadentum immer noch weit verbreitet. Da die Nomaden den Boden nicht beackern, sondern rein von und mit ihrem Vieh leben, bedeuten die Tiere alles für die Hirten. Ihre Existenz und damit ihr Überleben hängt von dem Bestand der Herde ab.