2017 gibts eine Verlängerung: Das neue Jahr erhält eine Schaltsekunde

2017 gibts eine Verlängerung: Das neue Jahr erhält eine Schaltsekunde
Das Jahr 2017 erhält eine Schaltsekunde. © dpa, Julian Stratenschulte, bsc fdt lof soe

Wir können uns beim Böllern also richtig Zeit lassen

Gleich die erste Stunde des neuen Jahres wartet mit einer gewissen Extravaganz auf: Statt der üblichen 3.600 Sekunden wird die erste Stunde des Jahres 2017 genau eine Sekunde mehr haben. Die sogenannte Schaltsekunde soll Zeit und Erdrotation wieder besser in Einklang bringen. Am 1. Januar wird weltweit zum gleichen Zeitpunkt eine Extra-Sekunde eingeschoben. Um 00:59:59 unserer Zeit folgt nicht wie sonst 1:00:00, sondern 00:59:60 und dann erst 1:00:00. So eine Schaltsekunde gibt es seit 1972 in unregelmäßigen Abständen alle paar Jahre. Im neuen Jahr findet sie zum 27. Mal statt. 

Wir müssen nichts tun - 2017 kann kommen

Das ist natürlich enorm beruhigend, denn so haben wir eine Sekunde mehr Zeit, das neue Jahr zu begrüßen. Okay, Spaß beiseite. Die Schaltsekunde ist nötig, weil die Erde sich nicht exakt in 24 Stunden einmal um sich selbst dreht. 

Damit die Atomuhren, die weltweit die Zeit vorgeben, auch weiterhin parallel zum Tag-Nacht-Rhythmus der Erdrotation laufen und beides nicht irgendwann auseinander klafft, muss diese kleine Ungenauigkeit hin und wieder ausgeglichen werden. Langfristig betrachtet würde die Sonne in ein paar Millionen Jahren sonst erst am Mittag aufgehen.

Wann weltweit eine Extra-Sekunde eingeschoben wird, entscheidet der Erdrotationsdienst IERS. Mitarbeiter des IERS in Frankfurt messen und überwachen die Drehung der Erde. Alle anderthalb bis zwei Jahre entscheiden sie, eine Schaltsekunde einzufügen. «Die Erde dreht sich ungleichmäßig schnell», erklärt Andreas Bauch von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. «Deshalb findet auch die Schaltsekunde nicht regelmäßig statt.»  Damit die Uhren in Deutschland auch nach der Schaltsekunde richtig ticken, sendet die PTB über einen Sender ein Signal an alle Funkuhren. Das sorgt dafür, dass in der Nacht Millionen Uhren automatisch um eine Sekunde zurückspringen. Auch die Zeitsignale, die per Telefon und Internet verbreitet werden, berücksichtigen die Schaltsekunde. Wir müssen also nichts tun. Auch das ist beruhigend. 2017 kann kommen.